Kutaisi, rund 220 km westlich von Tiflis, der georgischen Hauptstadt, ist eine Stadt im Wandel – ideal für Abenteuer, kulinarische Highlights und entspannende Spa-Erlebnisse. Rough Guides-Autorin Eleanor Ross, mit langjähriger Expertise in Georgien, nutzt Kutaisi als perfekten Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten und teilt ihre besten Empfehlungen.
Beim zweiten Stromausfall des Tages wird die Stadt still. Lichter am Ufer des Flusses blinken auf, zittern und erlöschen. Als Reisender erlebt man das als willkommene Überraschung. Der Deckenventilator kommt zum Stillstand, und die Stadt erwacht draußen zum Leben: Kinder spielen auf den gepflasterten Straßen, beleuchtet von Smartphones, Männer rauchen auf den Plätzen – bis plötzlich die Lichter wieder angehen und alle ins Innere eilen.
Kutaisi unterscheidet sich von Tiflis mit seinen Steakhäusern, Hipster-Hotels und Trend-Cafés. Stattdessen begrüßt Sie auf dem Hauptplatz eine Ausstellung georgischer Militärpanzer. Hier kommen Sie her, um von der günstigsten Einstiegsstadt aus – dank neuer Direktflüge von Wizz Air ab Großbritannien – die besten Outdoor-Abenteuer Georgiens zu erleben.
Die Stadt erkunden
Georgiens beeindruckende Klöster und Kathedralen thront oft hoch oben in den Bergen. Kutaisis Highlight, die 11. Jahrhundert alte Bagrati-Kathedrale, liegt auf dem Ukimerioni-Hügel über dem Fluss. Überqueren Sie die Jachvis Khidi (Kettenbrücke), wandern Sie die steilen Straßen hoch und genießen Sie atemberaubende Ausblicke. Beobachten Sie die neuen modernen Gebäude: Seit 2012 verlegt die Regierung Ämter hierher, um die Dezentralisierung voranzutreiben.
Auf dem Rückweg: Stopp am überdachten Marktplatz für Picknick-Vorräte. Georgiens Küche ist legendär, und hier finden Sie pralle Tomaten, churchkhela – süße Nuss-Würstchen aus Traubensaftraffinat –, Kirschen und Gewürze. Für ein schnelles Mahl: Im Restaurant Palaty genießen Sie für unter 10 Euro sättigende Khachapuri oder Satsivi-Hähnchen mit Lavash – genug für den ganzen Tag.
Raus aus der Stadt
Georgiens Städte faszinieren, doch die kaukasische Landschaft übertrifft alles. In unter einer Stunde erreichen Sie Top-Sehenswürdigkeiten wie den Okatse-Canyon: Ein neuer 700 m langer Weg ragt 100 m über dem Abgrund – ein Test für Ihre Höhenangst. Der 4-km-Rundweg startet beim Besucherzentrum, ist schattig und sommerlich erfrischend. Danach per Taxi (10 Min.) zum Kinchkha-Wasserfall.
Taxifahrer empfehlen die Martvili-Schlucht: Fahren Sie per Schlauchboot (50 GEL hin/rück) durch smaragdgrünes Wasser – entspannend nach Okatse.
In die Höhlen
Die Prometheus-Höhle, ein Publikumsmagnet, lockt mit buntem Licht, Stalagmiten und Fledermäusen. Öffentlicher Nahverkehr ist rar; Taxipakete kombinieren Höhle und Schluchten. Feilschen Sie gegenüber McDonald's – mit Geduld.
Nur ein Zehntel ist zugänglich: 1 km Rundweg plus Bootsfahrt unter Tage. Bei konstanten 14 °C ideal für Hitzetage. Legende: Amirani, gefesselt wie Prometheus, litt hier – glücklicherweise nur Mythos.
Eine unterirdische Festung
Vardzia, ein klösterliches Höhlenkomplex aus dem 12. Jahrhundert, beeindruckt mit 13 Etagen, 6.000 Räumen, Thronsaal und Kirche – bis Erdbeben und Perser es heimsuchten. Heute: 300 Räume und Tunnel, bewacht von Mönchen über dem Kura-Fluss. Von Kutaisi 3–4 Stunden Fahrt (Motion-Sickness-Tabletten ratsam!).
Wellness pur
Tskaltubo, sowjetische Radon-Bäder mit 700 Jahre alter Tradition: Heilt Schmerzen mit radioaktivem Wasser. Verblasste Pracht, leere Hallen, sogar Stalins Pool. 20 Autominuten entfernt, beliebt bei Kur-Gästen – heute ohne Wartelisten.
Shaori-See
Wie Einheimische: Zum Shaori-See (1 Std. entfernt, 1.100 m Höhe). Sommerlich schwimmen, wandern, angeln; herbstlich rot glühend im Nebel. Winter: Zugefroren.
Anreise: Hin-/Rückflug mit Wizz Air ab 35 £
Unterkunft: Sanapiro Hotel – ab 30 £/Nacht Doppelzimmer