Die aragonesischen Pyrenäen faszinieren mit dramatischen Landschaften: tiefe Schluchten, steile bewaldete Hänge und kristallklare Flüsse. Als Autorin und Fotografin bei Rough Guides verbrachte Marta Bescos eine unvergessliche Woche im Ordesa-Tal. Hier teilt sie ihre Route mit allen Details, damit Sie nahtlos folgen können. Eine Wanderung in der Wildnis ist der ideale Ausbruch aus dem Stadtalltag – mit natürlicher Distanz, besonders nach dem Lockdown.
Martas Reise durch die Pyrenäen
Meine einwöchige Sommerwanderung in den aragonesischen Pyrenäen erfrischte Körper und Seele. Nach wochenlangem Lockdown in meiner madrilenischen Wohnung ohne Balkon sehnte ich mich nach frischer Bergluft. Obwohl Aragon einen weiteren COVID-19-Ausbruch erlebte, war der Norden von Huesca sicher. Wir hielten uns strikt an Hygieneregeln und handelten verantwortungsvoll. In Spanien finden Sie überall Desinfektionsgel, QR-Codes statt Speisekarten und Maskenpflicht.
Mit meiner Familie wählten wir das Ordesa-Tal – eine der malerischsten Regionen Nordspaniens. Dieser Schatz in den aragonesischen Pyrenäen zieht Wanderer mit anspruchsvollen Pfaden in den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido an, Spaniens zweitältester Park. UNESCO zeichnete ihn als Weltkulturerbe, Vogelschutzgebiet, Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung und Biosphärenreservat aus.
Ihre Routenwahl hängt von Fitness und Gipfelambitionen ab. Die Täler Ara, Arazas und Bellos prägen einzigartige Landschaften. Höhlen, Wasserfälle und Kletterpassagen machen es zum Wanderparadies.
Vorab trafen wir uns in Broto, dem idealen Basecamp. Dieses charmante Dorf thront über dem mächtigen Cascada de Sorrosal-Wasserfall. Links davon windet sich ein Klettersteig 600 Meter hoch (200 m Höhenunterschied) – begleitet vom Rauschen. Brotos labyrinthartiges Zentrum umgibt die imposante Iglesia de San Pedro.
Tipp: Packen Sie Wasser, Bergschuhe, wetterfeste Kleidung, Schlafsack, Stöcke, Sonnenschutz und Regenjacke ein.
Tag 1: Turieto Bajo-Route
Start im Hotel Sorrosal in Broto, Autofahrt nach Torla. Zum Naturschutz parken wir und nehmen den Shuttlebus (alle 15–20 Min., Tickets am Platz). Die Fahrt durch dichte Wälder und vor Kalksteinwände weckt Vorfreude. Kapazität: max. 1.800 Personen – gut für Umwelt und Pandemie (Maskenpflicht).
Wir wanderten die ikonische Turieto-Bajo-Route von Pradera de Ordesa nach Torla, vorbei an Tamborrotera- und Moncieto-Wasserfällen sowie Buchen- und Tannenwäldern.
Tag 2: Valle de Tena
Diese 13-km-Route (230 m ↑/↓) von Hospital de Tella war hart, besonders bei Hitze. Der schmale Pfad entlang des Yaga-Flusses führte durch Buschwerk – das Bier danach schmeckte himmlisch.
Tag 3: Fluss Ara und Bujaruelo-Tal
Durch Bujaruelo- und Ara-Täler: Ökologisch wertvoll mit Buchenwäldern als Refugium für Rehe, Rauhhühner, Bartgeier und Pyrenäen-Desman; historisch als Pilgerweg. Mittag an der romanischen 13.-Jh.-Brücke. Option: Essen in der Bujaruelo-Hütte (Übernachtung möglich, Kapazitätslimits – vorab buchen). Rückkehr zur Puente Nuevo o de Santa Elena im Otal-Tal.
Tag 4: Endlose Panoramen und Ainsa
Morgens 4x4-Ausflug zum Ordesa-Gipfel (1 Std. Fahrt, 2.000 m). Drei Stunden Wandern lohnten: Blick auf Mondarruego, Tozal del Mayo, Circo Carriata, Rolando Brecha, Cilindro, Monte Perdido, Añisclo, Punta de las Olas. Murmeltiere gesichtet; möglich: Bartgeier, Alpenkrähe, Steinböcke. Flora: Edelweiß, Schwertlilie, Pyrenäen-Steinbrech. Dauer: 5–6 Std.
Nachmittags Ainsa, eines Spaniens schönsten Dörfer. Zwischen Cinca und Ara gelegen, Altstadt seit 1965 Denkmal. Spaziergang zur Burg (11.–17. Jh., Torre del Tenente als Ökomuseum), romanischer Kirchturm Santa María, Plaza Mayor mit Arkaden, Casa de Bielsa und Casa Arnal (16. Jh.).
Tag 5: Añisclo-Canyon
Die Schlucht entstand durch Bellós-Erosion, 1982 in den Park integriert. 14 km von Añisclo-Pass (2.450 m) zur San Úrbez-Brücke (980 m), vielfältige Vegetation durch Höhenunterschiede (700–2.450 m) und thermische Inversion.
Start Parkplatz San Úrbez (Ereta de Biés), Abstieg zur Brücke und Ermita (8. Jh.). Über Sangons-Brücke in die Schlucht: Pools, Wasserfälle, Schatten von Steineichen etc. Aufstieg durch Buchen-, Tannenwald bis Espluquetas (6,5 km, steil zur Selva Plana – nur für Profis). Wir drehten um nach 13 km.
Tag 6: Pradera de Ordesa
Bus nach Pradera. Favorit: Vorbei Cotatuero-Wasserfall durch Wald zu Gradas de Soaso, Blick auf Monte Perdido, Cilindro, Soum de Ramond. Zur Cola de Caballo (kein Baden), weiter zu Goriz-Hütte (2.190 m, Mittag). Rückkehr oder fortgeschrittene Option: Pineta-Berg, Brecha de Rolando.
Tag 7: Abschluss
Kurze Fahrt Broto–Torla am Ara entlang, Blick auf Mondarruego. Nachmittags Sarvisé: Am Ara, umgeben von Wiesen/Wäldern. Mittag, Übernachtung, Besuch Quesería Bal de Broto (Käse nach Gefangenen benannt, natürliche Reifung). Probieren: Käse, Biere Tensina/Rondadora.
Belohnt und erfüllt: Lokale Genüsse, herzliche Menschen unter Monte Perdido. Empfehlung pur! Mehr Wandertipps: Sächsische Schweiz.
Unterkünfte
Camping: Oto oder Ordesa. Hotel: Sorrosal in Broto (familienfreundlich, top Service). In Sarvisé: Viña Olivan – Bergblick, Apartments, tolles Frühstück.
Essen & Trinken
Pizzeria La Tea (Broto): Pasta, Pizza, Desserts – reservieren!
Hotel Casa Frauca (Sarvisé): Regionale Saison-Gerichte, sättigend.
Bujaruelo-Hütte: Für Berggänger.
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