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Exklusives Interview mit Kash Bhattacharya: Budget-Reisen mit Stil, Luxus-Hostels und Corona-Tipps

Kash Bhattacharya ist ein preisgekrönter Reiseblogger aus Berlin. Auf seinem Blog „Budget Traveler“ teilt er seine Leidenschaft für abenteuerliche Reisen – stilvoll und mit kleinem Budget. In diesem Interview spricht er über Luxus-Hostels, die Folgen des Coronavirus und zukünftige Reisepläne.

Gespräch mit Kash

F: Sie gelten als „Luxury Hostel“-Experte. Wie reisen Sie am liebsten und wie stillen Sie derzeit Ihr Fernweh?

A: Je älter ich werde, desto mehr schätze ich ein langsames Reisetempo, um den Rhythmus eines Ortes wirklich zu spüren. Früher flog ich viel dank Low-Cost-Airlines, doch heute liebe ich Zugreisen in Europa. Von Berlin aus erreiche ich in fünf Stunden unzählige Ziele. Seit der Verbesserung der Covid-Lage war ich in Hamburg und Leipzig – jeweils nur zwei Stunden entfernt. Meine größte Trip war kürzlich nach Prag: eine emotionale, unvergessliche Reise. Ich sehne mich nach fremden Sprachen, Architektur und Köchen, die wie Aliens wirken. Nach Prag schwebte ich tagelang – und morgen geht's weiter nach Dresden und Wien.

F: Ihr Blogname verrät es: Sie reisen budgetbewusst, aber mit Stil. Wie vereinen Sie beides?

A: Die Herausforderung, günstig zu reisen, fasziniert mich seit 20 Jahren – von der günstigsten Bar bis zum besten Bett. Mein Blog soll zeigen: Reisen ist für alle möglich. Mit 41 brauche ich jedoch Schlaf, keine 24-Bett-Dormitorien. So entstand 'Luxury Hostels' mit Privatzimmern. Ich suche authentische Foodie-Spots bei Locals, budgetfreundlich. Wahrer Luxus: Insider-Erlebnisse. Ich spart für Highlights wie gutes Essen, Wein oder Paragliding. Viele reisen heute so.

F: Welche sind Ihre Top-3-Länder und warum?

A: Schwer zu wählen, aber Südafrika führt: Backpacken entlang der Garden Route bietet tolle Hostels, Abenteuer wie Paragliding in Knysna oder Zip-Lining in Storms River, günstiges Essen und eine boomende Craft-Bier- sowie Kaffeeszene – perfekt für Budget-Hipster.

Japan fasziniert nachhaltig: futuristisch, einzigartig, mit unschlagbarer Food-Szene. Es bleibt im Gedächtnis wie eine Legende. Ich kehre bald zurück.

Portugal, wo ich fünf Jahre lebte: herzliche Menschen, Küsten, Geschichte, Gastronomie, Weine – erschwinglich und ideal für Luxus-Hostels.

F: Covid-19 traf die Branche hart. Sie starteten www.adoptahostel.com. Erzählen Sie mehr – wie können Fans helfen?

A: Die Idee entstand in Zoom-Calls mit Branchenexperten von Stay the Night und hostel.consulting. Hostels sind uns allen ans Herz gewachsen. Seit Februar 2020 schließen Tausende. Inspiriert von Beehive und 7 Fells, die Gutscheine verkauften, riefen wir Reisende auf, Hostels zu 'adoptieren'.

Über 300 Hostels weltweit sind dabei. Besuchen Sie www.adoptahostel.com, wählen Sie eines aus, kaufen Sie einen Gutschein (gültig bis zu einem Jahr, einlösbar direkt oder via hostelworld.com).

F: Welche Essentials packen Sie immer ein, ob Kurz- oder Langreise?

A: Geräuschunterdrückende Sony-Kopfhörer für Musik unterwegs. Meine spiegellose Panasonic-Kamera für Fotos. Notizblock und Stift für Ideen. Die wiederverwendbare Wasserflasche hat mein Reisen revolutioniert.

F: 2020 war hart. Nächste Ziele? Fernreisepläne?

A: Morgen zehn Tage Dresden für GetYourGuide-Inhalte: Street-Art-Tour und Trabi-Fahrt. Dann Zug nach Wien, einem Favoriten. Fernreisen offen: Indien für Familie in Kalkutta, Thailand. Asien fehlt mir.

F: Wie verändert Covid Reisen positiv?

A: Erholung dauert Jahre. Viele Jobs und Firmen gehen verloren, Billigfliegen endet, Inlandsreisen boomen. Wichtiger: ethische Anbieter. Bewusstere, dankbare Reisende entstehen – demütiger und geerdeter.