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Wiens Wiedereröffnung nach COVID-19: Exklusives Interview mit WienTourismus-Direktor Norbert Kettner

Die prächtige Kaiserstadt Wien zählt zu den ersten europäischen Metropolen, die nach der COVID-19-Pandemie wieder öffnen. Hotels nahmen am 29. Mai den Betrieb auf, Bars und Restaurants bereits Mitte Mai. Während weltweit Lockdowns schrittweise gelockert werden, analysiert Rough Guides die Folgen für die Reisebranche und blickt auf die kommenden Monate. Dazu sprachen wir mit Norbert Kettner, Geschäftsführer des WienTourismus, für tiefe Einblicke.

Im Gespräch mit Norbert Kettner, Direktor des WienTourismus

F: Wie würden Sie die COVID-19-Erfahrungen in Wien zusammenfassen? Welche Maßnahmen wurden ergriffen und wie hat die Bevölkerung reagiert?

A: In Österreich wurden früh strenge Maßnahmen umgesetzt – Geschäfte, Restaurants und Schulen schlossen. Glücklicherweise wirkten sie: Restaurants und Bars durften Mitte Mai wieder öffnen, Hotels und Freizeitzentren folgten am 29. Mai. Ein starker Schritt nach vorn.

F: Wien öffnet Hotels, Restaurants und Geschäfte als eine der ersten Städte Europas. Warum geht Wien voran, und wie fühlt sich das an?

A: Es ist motivierend, doch eine offene Stadt lebt von ihren Besuchern. Wir hoffen, Wien dient als Vorbild für andere in dieser Krise.

F: Was bedeutet die Wiedereröffnung für Stadt und Bewohner?

A: Ein positiver Impuls: Wiener genießen wieder Restaurants und Galerien. Die ruhigen Straßen fehlen uns jedoch – 2019 kamen 83 % der Übernachtungen aus dem Ausland. Wir sehnen uns nach unseren Gästen.

F: Welche neuen Regeln erwarten Reisende weltweit, z. B. Abstandsregeln oder Hotelquoten? Was gilt in Wien?

A: Reisen verändert sich überall durch Hygiene und Distanz. Hotels passen sich an; kreative Lösungen wie Schaufensterpuppen in einer Cocktailbar sorgen für Abstand und Spaß. Eine 'On/Off-Wirtschaft' wird Realität – Flexibilität ist gefragt.

F: Wie wirkt sich Social Distancing auf Touristen aus?

A: Wien punktet mit über 50 % Grünflächen – ideal für sichere Erkundung. Als saubere, sichere Stadt führt Wien Mercers und Economists 'lebenswerteste Stadt'-Ranking. Infrastruktur und Kultur helfen enorm.

F: Welche weiteren Einschränkungen gelten vorerst?

A: Volle Konzertsäle dauern länger; Häuser öffnen mit bis 100 Zuschauern (Juli: 250). Maskenpflicht beim Betreten, dann abnehmen. Beethoven-Jahr 2020 wird trotz allem gefeiert – mit strengen Regeln.

F: Wie viele Besucher erwarten Sie im Juni?

A: Schwer vorherzusagbar, doch Grenzöffnungen zu Deutschland und Schweiz ab 15. Juni helfen – unser größter Markt. Unsicherheit bleibt: Bleiben Menschen daheim oder entdecken sie Nahes?

F: Wer bucht zuerst: Einheimische, Inlandsreisende oder Geschäftsleute?

A: Vor allem Inlandsreisende aus offenen Ländern. Remote Work dämpft Businessreisen kurzfristig.

F: Wann kehrt Vertrauen in Reisen zurück?

A: Enorme Bemühungen laufen – Agilität ist Schlüssel. Vollständige Erholung dauert Jahre. Reisen ist ein Geschenk, das wir schützen müssen.

F: Wann kommen internationale Gäste zurück?

A: Positive Signale: Museen, Hotels geöffnet, Riesenrad dreht seit 29. Mai wieder – nach 75 Jahren erstmals abgeschaltet. Austrian Airlines fliegt ab 15. Juni europäisch. Politische Entscheidungen entscheiden.

F: Prognose für Tourismus in Wien 2020/2021?

A: Wiens Sauberkeit und Grün ziehen Reiselustige an. 2020 bleibt beeinträchtigt, besonders Tagungen. Erholung 2021 im Fokus.

F: Welche Lehren ziehen Sie für Reisende?

A: Fördern Sie nachhaltigen, bewussten Tourismus – Kern unserer Strategie. Die Krise lässt uns Reisen tiefer schätzen.