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Algarve trotz Corona: Exklusives Interview mit João Fernandes, Präsident des Algarve Tourismus

Bei dem Gedanken an Portugal mit seinen traumhaften Sandbuchten, kristallklarem Wasser und beeindruckenden Küsten assoziiert man unwillkürlich die Algarve. Als beliebteste Touristenregion des Landes hat sie diesen Ruf mehr als verdient.

Portugals rasche und effektive Reaktion auf das Coronavirus hat unzählige Leben gerettet und ermöglicht es nun, die Wiederbelebung des Reisemarkts und der gesamten Wirtschaft zu planen. Was bedeutet das konkret für die Algarve? Gibt es 2020 eine Sommersaison, und wie wird sie aussehen? In einem exklusiven Gespräch mit João Fernandes, Präsident des Algarve Tourism Bureau, erläutert er, wie der Verband virtuell mit Reisenden in Kontakt bleibt und welche Maßnahmen für die sichere Rückkehr der Touristen an die portugiesischen Küsten geplant sind.

Im Gespräch mit João Fernandes

F: Online habe ich beeindruckende Aktionen zur Algarve und Portugal entdeckt: Videos und Fotos, die das Beste der Region zeigen, die #CantSkipHope-Kampagne des portugiesischen Tourismusverbands mit einem inspirierenden Video, das uns zum Träumen animiert, sowie Live-Yoga-Kurse aus Quinta do Lago. Erzählen Sie mehr über Ihre virtuellen Kampagnen und wie Sie während der Covid-19-Pandemie online mit Reisenden verbunden bleiben.

A: Das portugiesische Tourismusamt startete die virtuelle Kampagne im März. Während des Lockdowns war es entscheidend, den Urlaubstraum lebendig zu halten und die Algarve durch inspirierende Inhalte im Gedächtnis der Menschen zu behalten. Die Botschaft lautete: Bleiben Sie vorerst zu Hause, nutzen Sie die Zeit zum Neustart und Neuausrichten. Die atemberaubenden Landschaften Portugals und der Algarve aus der #CantSkipHope-Kampagne warten weiterhin auf Besucher, sobald Reisen wieder sicher ist.

Zusätzlich haben wir unmittelbar nach Lockdownbeginn am 16. März eine Hashtag-Kampagne in den Social Media gestartet. Auf Facebook (@algarvetourism) propagierten wir #DontCancelPostpone, um Urlaubsträume für später zu erhalten und zu Verschiebungen statt Stornierungen aufzurufen.

F: Gibt es positive Entwicklungen in der Algarve während dieser schwierigen Zeit? Nennen Sie Beispiele.

A: Es war ermutigend, die vielen solidaren Initiativen zu sehen. Spitzenköche wie Rui Silvestre (Restaurant Vistas mit Michelin-Stern) und Noélia Jerónimo bereiteten täglich 200 Mahlzeiten für Bedürftige zu – mit einem Team von acht Freiwilligen in der Küche des Rotkreuz-Zentrums in Tavira.

Quinta do Lago, eines unserer luxuriösesten Resorts, spendete zu Pandemiebeginn 50.000 EUR an Krankenhäuser in Faro, Portimão und Lagos für Ausrüstung wie CT-Scanner, Beatmungsgeräte, Testkits, Herzmonitore und PSA-Geräte. Dies war Teil der Kampagne „Flattening the Curve“, die über GoFundMe bereits über 500.000 EUR für das Algarve Biomedical Center (ABC) eingesammelt hat.

Lokale Gemeinschaften unterstützten Vulnerable wie Ältere oder Mobilitätseingeschränkte mit Lieferungen von Essentials, Mahlzeiten und Medikamenten. Viele Restaurants stellten auf Take-away um, Erzeuger schufen kurze Lieferketten und zeigten große Anpassungsfähigkeit.

F: Wie sieht die aktuelle Lage bezüglich Lockdown in der Algarve und Portugal aus?

A: Wir planen intensiv die Wiederöffnung. Die Regierung hat einen schrittweisen Plan für wirtschaftliche und soziale Aktivitäten erstellt, der alle zwei Wochen überprüft wird. Soziale Distanz und strenge Hygienemaßnahmen bleiben Pflicht. Bis Anfang Juni ist ein Kalender festgelegt, um Unternehmen Zeit für Umsetzung zu geben.

Das Portugal Tourism Board führte das „Clean & Safe“-Siegel ein, das konforme Unternehmen zertifiziert. Gemeinsam mit nationalen Stellen entwickelt Algarve Tourism einen Leitfaden für Hotels, Restaurants, Strände, Wasserparks, Golfplätze, Mietwagen, Yachthäfen und Camping.

F: Wann erwarten Sie die Rückkehr des Tourismus? Pläne für den Sommer?

A: Der Inlandstourismus startet ab Ende Mai, wenn Hotels, Restaurants und Cafés unter strengen Hygieneregeln öffnen – viele haben bereits „Clean & Safe“-Protokolle übernommen. Internationale Gäste hängen von Flügen ab. Die Lage ist dynamisch, doch positive Signale aus Kerngängemärkten deuten auf Rückkehr hin, beruhigt durch unsere Präventivmaßnahmen.

F: Mehr zum „Clean & Safe“-Siegel: Was bedeutet es für Unternehmen und Reisende?

A: Es zertifiziert Tourismusunternehmen als „sauber und sicher“. Der Stempel gilt ein Jahr und erfordert Umsetzung von Protokollen nach Empfehlungen der Gesundheitsbehörde: Desinfektion, Schutzausrüstung, Anpassungen und Schulungen. Ziel: Sicherheit vor Ort und gesteigertes Reisendenvertrauen.

F: Unterschied zum Leitfaden „Good Practices – Covid Free“ für die Algarve? Welche Akteure?

A: Der Leitfaden ist integraler Bestandteil von „Clean & Safe“ und beschreibt Best Practices für Hotels, Restaurants, Bars, Strände, Wasserparks, Golfplätze, Autovermietungen, Camping, Jachthäfen und Reisebüros.

F: Wie ändern sich Hotelaufenthalte durch Covid-19?

A: Hotels verstärken Reinigung, bieten Desinfektionsmittel, virtuelles Check-in, Tischservice statt Buffets, leere Minibars, Begrenzungen in engen Bereichen und PPE für Personal. Hoher Service bleibt, nur sicherer angepasst.

F: Neue Regeln für Strände?

A: Die Umweltbehörde definiert bald Regeln für sicheren Zugang. Strände bleiben genussvoll, mit Vorgaben für Parken, Zugang, Hilfsstationen, Restaurants und Liegen. Starke Kampagne für verantwortungsvolles Verhalten.

F: Weitere Änderungen für Reisende? Geschlossene Restaurants oder Attraktionen?

A: Restaurants öffnen ab 18. Mai bei 50% Kapazität, Bars/Nachtclubs bis Ende Mai geschlossen. Strände ab 4. Mai für Spaziergänge, ab 1. Juni baden. Zoomarine Juni, Slide & Splash Mitte Juni, Aquashow Juli – mit Maskenpflicht und reduzierter Kapazität. Daten können sich ändern.

F: Prognosen für Algarve-Tourismus 2020 und 2021?

A: Wir zielen auf normales Niveau im Q4 2020 ab. Die wachsende Herbst-/Wintersaison mildert Saisonalität durch vielfältige Angebote wie Golf, Natur, Kultur und Nautik.

F: Lehren aus der Pandemie für Reisende?

A: Wir sind uns ähnlicher als unterschiedlich. Solidarität und Kooperation überwinden Krisen. Nachhaltigkeit ist Schlüssel. Wie das portugiesische Sprichwort sagt: „Vorbeugen ist besser als heilen“ – zu Hause und unterwegs.

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