Während Nachbarländer wie Brasilien mit rasant steigenden Infektionszahlen und hohen Todesfällen aufhorchen lassen, ist Argentinien durch frühe und konsequente Lockdowns unter dem Radar geblieben. Die Todesfälle blieben auf Hunderte beschränkt, und in manchen Provinzen durften Geschäfte bereits Mitte Mai wieder öffnen – wenngleich die Metropolen strengere Regeln hatten. Reisen bleiben eingeschränkt: Kommerzielle Flüge sind bis mindestens 1. September verboten. Für fundierte Einblicke haben wir uns mit Guadalupe, unserer erfahrenen Expertin aus Córdoba, Argentinien, ausgetauscht.
Interview mit Guadalupe
F: Wie ist die aktuelle Lage in Córdoba und Argentinien insgesamt?
A: Wir sind seit dem 20. März im Lockdown, der bis 7. Juni dauern soll. In Großstädten wie Córdoba und Buenos Aires war es besonders streng – bis vor zwei, drei Wochen Wochenendspaziergänge erlaubt wurden. Nun sind wir in Phase 4: Täglicher Sport wie Radfahren, Laufen oder Tennis ist möglich. Die Quarantäne wirkt: Die Menschen haben die Regeln eingehalten, was entscheidend ist.
Außerhalb der Städte, besonders an Touristenorten, sind Fälle rar. Viele kleine Orte hatten gar keine und konnten früher normalisieren: Arbeiten, Familienbesuche, Spaziergänge.
F: Wie gestaltest du deine Freizeit zu Hause (neben der Arbeit)?
A: Ich treibe Sport, koche, schaue Netflix – super zum Englischtraining. Beruflich: Online-Kurse und Webinare zu Reisezielen. Dazu lerne ich Italienisch und Deutsch – erste Wörter sitzen!
F: Dein Top-Tipp für Homeoffice?
A: Routine halten: Früh aufstehen, Zeitpläne, anziehen wie fürs Büro (kein Dauer-Pyjama) – und Sport einbauen!
F: Positive News aus Argentinien und Nachbarländern?
A: Das Virus grassiert kaum an Highlights wie Iguazú, Atacama oder Cusco (Peru). Diese Ziele werden sicher sein. Nationalparks erholen sich: Weniger Pollution, Tiere kehren zurück.
F: Wann könnt ihr Touristen wieder empfangen?
A: Wir wollen es schnell, aber realistisch: Ab Oktober/November Nachbarländer, international ab Januar 2021. Grenzen bis September zu, Flüge unsicher. Uruguay öffnet als Erstes, Brasilien/Chile bis September. Peru: Inlandstourismus ab Juni/Juli, Machu Picchu dann, international ab August/September. Alles vorläufig – abhängig von Virus und Politik.
F: Geheimtipps für die Region, sobald es sicher ist?
A: Selbstfahrerreisen zu kleinen Orten mit Boutique-Hotels. Naturtourismus: Pantanal, Iberá-Feuchtgebiete, Patagonien, Atacama, Strände wie Jose Ignacio oder Punta del Diablo (Uruguay).
F: Tipps, um Argentinien/Südamerika jetzt zuhause zu erleben?
A: Musik: Tango mit Gardel, Folklore von Mercedes Sosa/Los Tekis, Rock mit Soda Stereo. Kochen: Ceviche (Peru/Chile-Streit!), Pisco Sour. Brasilien: Samba/Bossa Nova – Netflix-Serie 'Coisa Mais Linda' (Rio 60er).
F: Wie verändert sich das Reisen post-Lockdown?
A: Mehr kleine Unterkünfte, Selbstfahrer statt Busse, Natur und Outdoor statt Massen.
F: Neues, das du beibehältst?
A: Mehr hausgemachtes Kochen für Mate-Pausen. Sprachen lernen online – flexibel und günstig.
Bild oben: Capybara (Hydrochoerus hydrochoerus) in den Iberá-Feuchtgebieten, Argentinien © buteo/Shutterstock
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