Die Bilder der Lockdown-Zeit haben uns beeindruckt: kristallklares Wasser in Venedigs Kanälen, Delhis India Gate ohne Smog, wilde Tiere in Städten. In Großbritannien sank der Verkehr auf das Niveau der 1970er Jahre, und das Vogelgezwitscher wurde ohne Verkehrs- und Baulärm hörbar. Häuser unter Flugschneisen erlebten Ruhe. Diese Pause – mit stillstehenden Flügen, eingeschränktem Autoverkehr und karantänierten Kreuzfahrtschiffen – hat uns zum Nachdenken über einen "Neustart" des Reisens gebracht: nachhaltiger und verantwortungsvoller unterwegs sein.
Wenn Sie Ihre Reisegewohnheiten ändern möchten, zeigen wir Ihnen als erfahrene Reiseexperten von Rough Guides die wichtigsten Schritte. Unser Leitfaden hilft, Ihren CO₂-Fußabdruck zu senken, natürliche Habitate zu schützen und Ihr Geld in lokalen Gemeinden zu lassen.
Informiert bleiben
In Zeiten rasanter globaler Veränderungen sind aktuelle Infos unverzichtbar. Deshalb haben wir bei Rough Guides eine Coronavirus-Nachrichtenplattform mit täglichen Updates gestartet. Sobald Grenzen öffnen, locken Anbieter mit Angeboten – doch kluge Entscheidungen für Ihr Urlaubsbudget sind entscheidend.
Urlaub vor der Haustür
Inlandstourismus wird zunehmen. Unsere neue "British Breaks"-Serie bietet praxisnahe Guides von Edinburgh bis Isle of Wight, um Großbritanniens Highlights zu entdecken.
Bei Sozialdistanz-Regeln meiden Sie überlaufene Spots wie Lake District oder Cornwall. Remote-Gebiete wie schottische Inseln bleiben tabu, um Ressourcen für Anwohner zu schonen. Langfristig stärkt Heimatreisen tourismusabhängige Regionen.
Buchen Sie Selbstversorger, B&B oder lokale Pubs. Suchen Sie nachhaltige Labels wie VisitEnglands grüne Key, VisitScotlands oder Green Key Wales – sie zertifizieren Energieeffizienz, regionale Produkte und autofreie Angebote. Für Naturliebhaber: Greener Camping Club listet umweltfreundliche Plätze in England und Wales.
Ins Ausland: Weniger fliegen, länger bleiben
Fliegen verbindet Kulturen, kostet aber Umwelt: 10 % des Tourismus-CO₂ entfallen darauf, mit exponentiellem Wachstum. Biokraftstoffe sind fern – reduzieren Sie Flüge für Langstrecken.
Das muss nicht einschränkend sein. Recherchieren Sie Ziele mit positivem Impact, abseits Massentourismus. Maßgeschneiderte Reisen von Rough Guides fördern echte Begegnungen mit Einheimischen.
Aymara-Mutter und -Tochter weben ein traditionelles Tuch in den Anden-Highlights Südamerikas © Ruslana lurchenko/Shutterstock
Ihren CO₂-Fußabdruck berechnen
Erkennen Sie Emissionen, um sie zu mindern. WWFs Rechner vergleicht Ihren Fußabdruck mit Netto-Null-Zielen. Für Reisen: Atmosfair oder Cool Effect kalkulieren Flüge, Schiffe, Autos – und bieten Kompensation via Gold-Standard-Projekte. Kritiker zweifeln, doch es quantifiziert Auswirkungen.
Zugfahren oder elektrisch unterwegs
Züge boomen: Transsibirische Eisenbahn, White Pass oder HS-Netze. Teurer als Fliegen, aber komfortabel mit Panoramablicken. The Man in Seat 61 ist die Top-Quelle für Fahrpläne und Pässe.
Elektroautos wachsen: Über 200.000 Ladepunkte in Europa (hoch in Norwegen, NL, DE, FR), 11.000 in GB. Vermieter bieten E-Autos.
Virtuell reisen – vom Sofa aus
Muss man Mona Lisa live umringen? Virtuelle Touren zu Stonehenge, Pyramiden oder Eiffelturm sparen Massen und Reisen.
Überprüfen Sie Reisezweck: Spaß, Erholung, Empathie. Unternehmen regulieren, doch individuelle Wahl zählt – wie COVID zeigte. Beachten Sie es bei der nächsten Buchung.