Als erfahrene Wanderführer mit jahrelanger Praxis auf globalen Trails empfehlen wir Ihnen sechs der beeindruckendsten Wandergebiete der Welt. Von den Mooren Estlands bis zum äthiopischen Hochland – diese Routen bieten unvergessliche Erlebnisse. Nach der Corona-Pandemie ist Wandern ideal, um frische Luft zu tanken, sicher outdoors zu sein und oft einsame Pfade zu genießen.
1. Moorwandern in Estland
Estland kennt eine fünfte Jahreszeit: die Hochwassersaison. Im Soomaa-Nationalpark im Südwesten zwischen Viljandi und Pärnu – dessen Name „Land der Moore“ bedeutet – erstreckt sich ein riesiger Komplex aus sumpfigen Mooren und feuchten Schwemmwäldern. Hier leben Bären, Wölfe, Elche sowie Schelladler und Schwarzstörche. Erkunden Sie die Moore per Kanu oder mit speziellen Moorschuhen, die ein sicheres Waten durch Wasser ermöglichen.
2. Wandern im Retezat-Nationalpark, Rumänien
"Retezat" bedeutet auf Rumänisch „abgeschnitten“. Dieses UNESCO-Biosphärenreservat in der Südwestecke Siebenbürgens ist weitab jeder Zivilisation. Urwälder bedecken große Teile, wo Bären- und Wolfsspuren häufiger sind als Flugzeuge am Himmel. Die Einheimischen nennen es „das Land mit den blauen Augen“ wegen der hundert Alpenseen, die die dramatischen Berge spiegeln.
Parkinfos, Touren und Anreise: www.panparks.org.
3. Trekking im äthiopischen Hochland
Tage des Trekking über steinige, ochsenbestellte Felder vermitteln das Gefühl zeitloser Landschaft in Nordäthiopien. Berge am Horizont, ein Flickenteppich aus Feldern mit strohgedeckten Hütten unten, Paviane an Klippen und aufsteigende Raubvögel. Sonnenuntergänge mit englischsprachigen lokalen Guides zu erleben, ist eine privilegierte Möglichkeit, die Gastfreundschaft und Schönheit des alten Hochlands zu entdecken.
4. Flusstrekking im Mujib-Naturschutzgebiet, Jordanien
Mitten in Wüste und Dürre Jordaniens bietet das Mujib-Reservat fruchtbare Oasen. Gewässer vom Hochland zum Toten Meer schaffen perfekte Bedingungen für Flusstrekking in der Regenzeit.
Die Unterkunft „Chalet Village“ mit 15 Zimmern liegt am Ufer der Madash-Halbinsel. Nur einen Spaziergang entfernt: Das Besucherzentrum und die Mujib-Schlucht. Der „Siq-Trail“ (2 Std.) führt zur Hauptschlucht mit Wasserfall und Pool. Der anspruchsvolle „Malaqi-Trail“ (6–8 Std.) geht in die Berge, mit Picknick an Pools, Abstieg durch die Schlucht (mit Schwimmwesten und Seilen) und 20-m-Abseilen zum Camp.
5. Wandern durch die Libanon-Berge
Der Lebanon Mountain Trail, seit 2007 die erste Fernwanderroute des Landes, verläuft 440 km von Qbaiyat im Norden bis Marjaayoun im Süden. Er verbindet Nationalparks, Schutzgebiete und 75 Dörfer (1000–1800 m) über alte Handelswege – in 26 Tagesetappen.
Das Projekt schafft Einkommen in Bergregionen, schützt Erbe und vereint Gruppen nach dem Bürgerkrieg – initiiert von Expatriates, umgesetzt mit lokalen Familien, Gemeinden und NGOs.
Unterwegs: Historisches Ehden mit Kirchen aus 749 n. Chr. und Quellen; Hasroun im Qadisha-Tal mit Gärten und Tradition; Niha mit Festung, Drusen-Schrein und Wäldern aus Kiefern, Zypressen und Eichen.
Karte, Transport, Guides, Unterkünfte: www.lebanontrail.org.
6. Öko-Wandern um die Bay of Fires, Tasmanien
Der Bay of Fires Walk ist komfortables Öko-Wandern. Turnschuhe statt Trekkingstiefel: Zwei Tage mit Rucksack für exklusiven Zugang zu abgelegenen Camps im Mount-William-Nationalpark, Nordost-Tasmanien.
Die Küste beeindruckt: Quarzsand, türkisfarbenes Meer, orangefarbene Flechten auf Landzungen – Zeichen reiner Luft. Start am Boulder Point, 23 km zur solarbetriebenen Bay of Fires Lodge (20 km isoliert). Belohnung: Schwimmen in Buchten, Paddeln im Anson River, heiße Duschen und gourmet Küche.
Viertägiger Walk (www.taswalkingco.com.au), zweimal monatlich Okt.–April.