Von den malerischen Straßen Havannas bis zur üppig grünen Region Viñales – Rough Guides-Autor Alasdair Baverstock erklärt, warum eine Autoreise durch Kuba die beste Möglichkeit ist, das Herz des Landes zu entdecken.
Als wir Havanna verließen, waren meine Zigarren aufgebraucht. Die letzte Churchill hatte ich in der Nacht zuvor inmitten von Daiquiris und leidenschaftlichem Salsa-Tanzen geraucht. Hinter dem Steuer unseres Mietwagens vertrieb die frische Meeresbrise des Malecón – Havannas ikonischer Uferpromenade – den Film aus drei Tagen kubanischer Lebensfreude in meiner Kehle.
Wir fuhren nach Viñales, einem Tabakanbaugebiet rund 160 Kilometer westlich der Hauptstadt. Die Region beherbergt einen atemberaubenden Nationalpark. Besucher gleiten zwischen dramatischen Granitfelsen hindurch, uralten Formationen, die aus der fruchtbaren Ebene aufragen. Ideal für einen Tagesausflug, durchquerten wir die Nordküste westwärts von Havanna.
Mietwagen in Kuba: Ein einzigartiges Erlebnis
Fahren eines Mietwagens in Kuba ist unvergesslich. Die imposanten Relikte aus den 1950er Jahren, die den Malecón säumen, sind so alltäglich, dass man moderne Autos vergisst. Die Fernbedienung unseres SEAT Ibiza fühlte sich wie Verrat an der charmanten Erinnerung an einen massigen Ford an, dessen hintere Türen seit Jahrzehnten defekt waren.
Das Auto, das uns aus der bröckelnden Pracht alten Havannas und seinen tristen Vororten forttrug, kündigte mit dem ersten Schlagloch seine Ankunft in der kubanischen Landschaft an – dem ersten von vielen.
Vorräte für unterwegs auffüllen
Der Tag begann in einem kubanischen Supermarkt, wo wir uns für die Reise eindeckten. Einkaufen in der letzten kommunistischen Bastion der Karibik erfordert scharfe Augen, um die kleinen Etiketten hinter dem Tresen zu entziffern, und ein Ohr für den kubanischen Akzent mit seinem markanten gerollten 'R'.
Eis fand sich überall: In den Dörfern fragt man einfach die nächste Hausherrin, und sie holt eine Literflasche aus dem Gefrierschrank. Die Portionierung liegt bei Ihnen.
Kubanische Dörfer erkunden
Kubanische Dörfer reihen sich entlang der Nebenstraßen, mit stattlicher Architektur und geselligen Bewohnern. Kinder tollen auf der Hauptstraße, vorbei an Männern, die vor den Spirituosenläden Buccaneer Beer genießen und die Welt verbessern.
Entlang unserer Route thronte eine strohbedeckte Scheune auf einem Hügelkamm über duftenden Guavenhainen. Wir hielten an, entdeckten ein bescheidenes Haus und Tabakfelder. Eine Frau winkte von der Veranda und lud uns ein, die Farm zu besichtigen.
Tabakproduktion hautnah erleben
Tabak gedeiht in Kuba ganzjährig. Die Pflanzen aus tropischem Amerika werden nach Blattqualität gezüchtet. Nach der Ernte trocknen sie in feuchten Scheunen luftig. Anschließend verkaufen die Bauern an die Regierung, ihren einzigen Abnehmer.
'Wir verdienen fast nichts', erklärte Rogelio, der wettergegerbte Bauer mit den dunklen Augen, während er seinen Tabaco von Hand rollte. 'Es ist schwer, den Betrieb zu erweitern. Die Regierung ist streng mit Privatinitiativen.'
Eine Zigarre vereint drei Tabakarten: Füllung, Umblatt und makellose Hülle. Kubanische torcedores (Zigarrenroller) sind Weltmeister ihres Fachs und hochgeschätzt. Kuba exportiert jährlich rund 60 Millionen Zigarren.
Mit Rogelios handgerollten Zigarren im Handschuhfach erreichten wir Viñales. Beim Pool des Hotels genossen wir Daiquiris und die Panoramablicke über den Nationalpark. Der Abendwind trug den süßen Duft frischer Tabakfelder – der spektakulärsten der Karibik.
Weitere Tipps für Kuba finden Sie im Video „Aktivitäten in Kuba“: