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Entdecken Sie die Seidenstraße in Usbekistan: Von Taschkent nach Samarkand und Buchara

Während der chinesische Abschnitt der Seidenstraße weltberühmt ist, bleibt der zentralasiatische Teil ein echtes Juwel für Entdecker. Als erfahrene Reisende teile ich meine Eindrücke von der Reise durch Usbekistan – vom postsowjetischen Taschkent über die kachelblau schimmernde Pracht von Samarkand bis hin zum unberührten Charme Bukharas.

Aus dem Fenster unseres kleinen Propellerflugzeugs blickte ich auf eine endlose, wüstenähnliche Ebene hinab. Bald zeichnete sich der nördliche Rand von Taschkent ab, der Hauptstadt Usbekistans. Der Name des Landes weckte Kindheitserinnerungen an Geschichtsunterrichtsstunden über Dschingis Khan und seine Horden auf den zentralasiatischen Steppen. Nun war ich selbst hier, in einem der Ursprungsgebiete der alten Seidenstraße, bereit, Spuren von Händlern und Eroberern zu folgen.

Taschkent war ein zentraler Knotenpunkt der Seidenstraße und bleibt bis heute ein Top-Exporteur von Baumwolle, Seide und Textilien nach Osteuropa. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1966 und dem sowjetischen Wiederaufbau ist wenig von der Altstadt übrig. Ich verbrachte hier nur wenig Zeit, um per Zug gen Süden zu reisen – zu den hervorragend erhaltenen Perlen Samarkand und Buchara.

Auf dem Bahnsteig wartete ein olivgrüner Zug mit bestickten Vorhängen an den Fenstern, die gemütliche Abteile erahnen ließen. Am Fenster sitzend, sehnte ich mich nach den dramatischen Landschaften Zentralasiens. Eine resolute Frau mit ihrem kleinen Sohn stieg ein – meine Reisegefährten für die erste usbekische Zugfahrt.

Der Zug brachte uns nach Samarkand, einer der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. An der Schnittstelle globaler Handelsrouten gelegen, prunkt sie mit einer über 2.500 Jahre alten Geschichte: Gegründet im 7. Jahrhundert v. Chr., erobert von Alexander dem Großen, später Zentrum des Seidenhandels und islamischer Kultur durch türkische Eroberer.

"Ah, der Registan mit den drei Medresen!", rief meine Mitreisende auf perfektes Englisch. "Jeder kommt seinetwegen her. Und Buchara? Du fährst auch hin?" Sie bot mir exotisches Obst an. Ich nickte eifrig. "Auf dieser Route transportierten Händler Gewürze, Elfenbein, Seide, Wein und Gold – aber auch Religionen und Ideen. Hier pulsiert pure Geschichte!"

In Samarkand eilte ich zum Registan, dem ikonischen Platz mit drei Madrasas – islamischen Schulen. Herz der antiken Stadt, Schauplatz von Basaren, Festen und Hinrichtungen. Ulugh Beg, timuridischer Herrscher des 15. Jahrhunderts, baute die erste und machte Samarkand zum Zentrum von Wissenschaft und Kultur; er lehrte selbst Mathematik.

Ehrfürchtig stand ich vor den smaragdgrünen Kacheln, tauchte ein in luftige Höfe mit umgewandelten Studentenzellen als Souvenirläden. Türkise und purpurne Schals flatterten im Wind, Handwerker fertigen traditionellen Schmuck. In einem offenen Raum luden Schuhe draußen zur Einkehr ein: Fünf Frauen teilten Plov, Usbekistans nationales Reisgericht, mit mir – begleitet von heißem Tee in Piola-Tassen. Neugierige Fragen prasselten nieder, beantwortet zwischen Bissen. Usbekische Gastfreundschaft, seit Seidenstraßen-Zeiten legendär, ließ mich willkommen fühlen.

Buchara, 2.500 Jahre altes Handels- und Kulturzentrum in einer Oase, übertraf Erwartungen: Labyrinthartige Gassen, azurblaue Zwiebeltürme, einst größte Stadt Zentralasiens. Zwischen 9. und 16. Jahrhundert Sufi-Hochburg mit über 100 Medresen und 200 Moscheen. Highlights: Das Mausoleum Ismail Samanids, bestes Beispiel 10. Jahrhundert muslimischer Architektur. Ich hätte ewig erkunden können.

Zu früh endete mein Abenteuer; der Zug zurück nach Taschkent wartete. Zufrieden fuhr ich ab – wissend, dass Usbekistans Seidenstraßen-Schätze weiter auf Entdecker warten.

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