Mit dem neuen Flughafen in Victoria Falls erkundet Stuart Butler, erfahrener Afrika-Reisender, die Region und ihr Potenzial für den boomenden Tourismus in Simbabwe.
Vorsichtig drehte ich den Stoßzahn in meinen Händen. Er war schwerer und größer als erwartet, und irgendwie unscheinbar. Ich hatte mir etwas Funkelndes vorgestellt, das Ehrfurcht einflößt – doch es war nur ein alter Knochen aus dem Staub.
Dennoch war dieser Elfenbein-Stoßzahn, Ursache für so viel Leid, Tausende Dollar auf dem Schwarzmarkt wert. Ich fragte meinen Guide Robert, was den Elefanten getötet haben könnte. „Schauen Sie sich die abgenutzten Zähne im Schädel an“, sagte er und deutete auf den massiven Elefanten-Schädel inmitten der Knochen. „Das waren ihre letzten – sie ist wahrscheinlich friedlich alt geworden.“
Wir befanden uns auf einer Walking-Safari im ausgedehnten Hwange-Nationalpark in Simbabwe. Die Wasserlöcher und trockenen Wälder sind wie für Elefanten gemacht. Hwange beherbergt eine der größten Elefantenpopulationen Afrikas: Konservative Schätzungen nennen rund 30.000 Tiere.
Doch Hwange bietet mehr: Starke Bestände an Löwen, Leoparden, Hyänen, Wildhunden sowie riesigen Büffelherden und anderen afrikanischen Pflanzenfressern – wie ich in den letzten Tagen hautnah erlebte.
Wieder im Trend
Simbabwe war lange der Star des südafrikanischen Safari-Tourismus, bis Politik und Wirtschaft die Besucher vertrieben. Nun erlebt der Tourismus einen starken Aufschwung.
Symbol dafür ist der Flughafen Victoria Falls nahe Hwange. Früher ein provisorisches Terminal, wurde 2016 eine neue, längere Landebahn und ein modernes Gebäude eröffnet. Die Regierung zielt auf einen internationalen Hub für Safaris im südlichen Afrika ab.
Trotz Boom fühlt sich Simbabwe nicht überlaufen an – es ist riesig, und Gäste verteilen sich. Im Linkwasha Camp, bekannt für top Safaris in Hwange, genoss ich exklusive Weiten mit nächtlichem Löwengebrüll als Wiegenlied. Es war, als hätte ich den wildesten Privatgarten der Welt für mich allein.
Der donnernde Rauch
Hwange allein wäre ein Magnet, doch der Star ist Victoria Falls – lokal „The Smoke That Thunders“ genannt.
Die gewaltigen Wasserfälle begeistern seit Generationen. David Livingstone, der erste Europäer 1855, schwärmte: „Szenen, die Engel vom Flug aus bewundern.“ Wer selbst wie ein Engel schweben will, findet Optionen à gogo.
Schnallen Sie sich ins Propellerflugzeug für einen Scenic Flight oder wagen Sie den 111-Meter-Bungee-Sprung von der Brücke nach Sambia. Zu harmlos? Foofie-Slide oder Schluchtschaukel rasen Sie über 100 km/h durch die Schlucht.
Wildwasser-Rafting, Riverboarding oder das Devil’s Pool runden ab: Ein Becken am Rand der Fälle, wo Sie springen, dem Abgrund entgegenrasen – und knapp davor von Felsen gestoppt werden. Die Aussicht darunter ist himmlisch.
Der Autor reiste mit Smokesilver Travel nach Simbabwe, ein britischer Afrika-Spezialist für Kleingruppen- und Individualreisen. Mehr zu Simbabwes Region im Rough Guides Schnappschuss Victoria Falls. Flüge vergleichen, Touren suchen, Hostels und Hotels buchen. Vergessen Sie nicht die Reiseversicherung abzuschließen.