Großbritannien pulsiert vor Musik. Diese Inselnation hat unzählige Weltstars hervorgebracht und bietet das ganze Jahr über Festivals und Konzerte. Als erfahrener Reiseführer und Musikfan teile ich fünf Top-Empfehlungen. Welche ist Ihre Favoritin? Teilen Sie unten mit.
Das legendäre Shetland Folk Festival
Die Shetlandinseln überraschen mit einer vielfältigen Live-Musikszene, doch ihre Geigentradition steht weltweit außer Konkurrenz. Lokale Virtuosen werden so verehrt, dass sogar die mythischen Trows sie für nächtliche Feiern entführen sollen.
Seit 1981 versammelt das Shetland Folk Festival Talente aus aller Welt in gepflegten Dorfhallen. Über vier Tage im Frühling starten Auftritte mittags und drehen sich um ausgelassenes Tanzen – Shetland-Melodien sind für schnelle Füße gemacht. Die Highlights? Frühe Morgenjams im Festival-Club in Lerwick bis 3 oder 4 Uhr.
Samstags mittags im The Lounge Bar: Gastmusiker mischen sich in lockere Sessions ein. Außerhalb der Festivalzeit: Mittwochs und donnerstags in The Lounge oder dienstags im Douglas Arms.
Shetland Folk Festival, Ende April bis Anfang Mai, www.shetlandfolkfestival.com
The Proms in London
Wie regennasses Wimbledon sind die Proms ein Sommerklassiker – das größte klassische Musikfestival der Welt: 58 Tage, millionenfach weltweit im TV. Highlights: John-Williams-Filmmusik, Rodgers-&-Hammerstein-Musicals oder der Doctor-Who-Prom mit Daleks.
Für mehrere Besuche: Stehkarten für 5 Pfund in Galerie oder Arena. Der Höhepunkt ist die "Last Night" – patriotisches Singen mit Union Jacks und Strohhüten in der Royal Albert Hall. Tickets rar? Schließen Sie sich den Open-Air-Proms in Hyde Park oder landesweit an.
The Proms, Royal Albert Hall, London SW7, www.bbc.co.uk/proms.
Globales Treffen in den walisischen Hügeln
Im Dee Valley tanzen philippinische Chöre in Chiffon, rajasthanische Musiker ruhen aus, schottische Tänzer eilen vorbei. Ukrainische Sänger sonnen sich, südafrikanische Studenten lunchen – patagonische Ensembles proben nervös.
Jährlich in der zweiten Juliwoche: 4.000 Künstler aus über 50 Ländern beim sechs Tage dauernden Llangollen International Musical Eisteddfod. Diese walisischen Wettbewerbe reichen bis ins 12. Jahrhundert. Tagsüber: Wettkämpfe in Chören, Volkstanz und Instrumenten. Jury-Feedback von Fachchinesisch bis scharf. Abends: Große Konzerte. Am schönsten: Kulturen draußen aufsaugen.
Mehr unter www.international-eisteddfod.co.uk und www.llangollen.org.uk.
Benjamin Britten-Feier an der Suffolk-Küste
"Ich gehöre nach Aldeburgh", sagte Britten. Sein Festival, 1948 mit Peter Pears und Eric Crozier gegründet, feiert Klassik inmitten unveränderter Landschaft: Bröckelnde Küste, Flussmündungen, graues Meer.
Snape Maltings, seit 1967 Zentrum, bewahrt viktorianischen Charme plus Cafés und Bootstouren. Fokus: Neue Werke und frische Interpretationen. Britten-Pears-Jugendliche glänzen mit Premieres und Klassikern. Peter Grimes fasziniert weiter: Individuell gegen Masse.
Aldeburgh Festival, Suffolk (www.aldeburgh.co.uk), zwei Wochen im Juni, Snape Maltings und Aldeburgh.
Fisherman’s Friends in Port Isaac
Freitagabends im Sommer lockt in Port Isaac (Nordcornwall) mächtiger Männerchor-Klang zum Kieshafen: Bass, Bariton, Tenor bei Seemannsliedern.
Dank Poldark und Doc Martin im Rampenlicht, 2010 der Universal-Deal für den A-cappella-Chor aus Fischern, Rettern und Werftarbeitern. Viral-Hits, Glastonbury-Auftritte. Spüren Sie die Energie bei "Pass Around the Grog" oder "Home from the Sea".
Fisherman’s Friends (www.fishermansfriendsportisaac.co.uk), freitags 20 Uhr, Juni–September.