Wenn Sie an die nördliche Adria denken, assoziieren viele sie mit Italiens Venedig, Rimini oder Triest – oder mit Kroatiens traumhaften Küsten von Rovinj bis Zadar. Doch Sie verpassen dann Sloweniens beeindruckende 47 Kilometer Küste: ein winziger, aber reicher Abschnitt, eingeklemmt zwischen Nachbarländern, voller Highlights.
Kroatien dominiert die Region mit endlosen Stränden, doch Sloweniens Riviera im Südwesten des Istrien ist ebenso faszinierend. Die meisten Reisenden in diesem seit 1991 unabhängigen Land – groß wie Wales mit wenigen Millionen Einwohnern – steuern Ljubljana oder den Bleder See an. Wir aber fuhren direkt ans Meer. Nach der Landung unseres Billigflugs genossen wir bereits Stunden später vom Dach des Hotels in Piran Margaritas beim Sonnenuntergang über der Adria.
Die Fahrt zur Halbinselspitze ist spektakulär: Rechts erblicken Sie Izola mit seinem Fischerhafen, das industrielle Koper mit mittelalterlichem Kern und fern Triest in Italien. Links locken Casinos und Bars in Portorož, Hecken öffnen Blicke auf die Sečovlje-Salinen, dahinter Kroatien.

Bei unserem langen Wochenende erkundeten wir Pirans gepflasterte Gassen mit einem lokalen Guide. Mittelalterlich geprägt, venezianisch dominiert: Viele Ecken erinnern an Venedig – ohne Massen und Abwässer. Der Tartini-Platz, ehemaliger Hafen, ist Herzstück mit Statuen und Gebäuden voller Geschichten. Giuseppe Tartinis Statue thront zentral. Die Casa Veneziana, rotes gotisches Juwel, trägt die Inschrift „lasa pur dir“ („Lass sie reden“). Der Stadtpalast zeigt den geflügelten Löwen mit offenem Buch – Symbol für Friedenszeiten. Der 1.-Mai-Platz birgt Symbole von Recht und Gerechtigkeit.
Achten Sie auf Pirans acht Kirchen, darunter die barocke St.-Georgs-Pfarrkirche (12. Jh.) mit Panoramablick – leider oft wegen Vandalismus geschlossen. Stadtmauern, Schifffahrtsmuseum und Aquarium lohnen sich.
Nachmittags booteten wir zur Fonda Fish Farm: Tausende Piran-Wolfsbarsche wachsen hier unter strenger Kontrolle zu Premiumfischen heran. Die Leidenschaft der Züchter ist ansteckend.
Am Betonstrand von Piran badeten wir, dann speisten im familiengeführten Pri Mari – Rough Guides-Empfehlung. Mara und Tomi verwöhnten uns mit slowenischen Weinen und köstlichen Steaks. Abends Pink-Floyd-Gitarristen und Pina Coladas rundeten ab.
Am nächsten Tag ins Karst-Hinterland: Weinberge, Olivenhaine, Obstbäume und Höhlen wie Postojna und Škocjan. Bei Korenika & Moškon (seit 1984, Familie seit Generationen) probierten wir goldgelbe Malvasia, pfirsichfarbene Pedron, kräftigen Refošk – pure Freude.
Zum Fischfest in Izola: Live-Musik, Stände, frittierten Fang genießen.
Durch Portorož – Sloweniens Riviera ohne Trubel – zu den Sečovlje-Salinen: 700 Jahre Tradition, Nationalpark mit Wildlife. Per Golfcart durch Salzpools, dann Salz- und Schlammschlammbad – pure Entspannung.
Abschied in Piran mit Cocktail beim Sonnenuntergang: Prost auf 47 km Sommerglück!
Entdecken Sie mehr auf der Rough Guides-Seite zu Slowenien.
Oberes Bild: Piran © Andrew Mayovskyy/Shutterstock
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