Als Guinness-Rekordhalter und erfahrener Abenteurer hat Dave Cornthwaite bereits zwei Monate und 1000 Meilen hinter sich. Auf seiner neuesten selbstangetriebenen Mission bezwingt er die legendäre 1500 Meilen lange Hurtigruten-Route von Kirkenes nach Bergen – per Schiller-Wasserfahrrad. Als Reisejournalistin mit langjähriger Erfahrung in extremen Abenteuern reiste ich nach Nordnorwegen, traf Dave und wagte mich auf eine Etappe seiner atemberaubenden Reise.
Es ist ein trüber, unversprechender Morgen, als ich Dave helfe, seine Ausrüstung durch Tromsø zu schleppen – Norwegens größte Stadt nördlich des Polarkreises. In der Nacht zog eine nasse, windige Kaltfront durch; von der berühmten Mitternachtssonne fehlt jede Spur.
Am Jachthafen thront Tromsøs ikonische Brücke über die Tromsøysundet-Meerenge, umgeben von schneebedeckten Felsenbergen. Ich vergrabe meine Hände tiefer in den Jackentaschen und spüre die beißende arktische Kälte.
Dave bugsierte den Schiller aufs eisige Wasser, stieg flink auf den stabilisierenden Ponton und radelte mit breitem Grinsen und entschlossener Geste ins offene Meer.
Sobald er unterwegs war, fuhr ich mit den digitalen Nomaden von Yellow Matilda mit – sie begleiten Dave seit Wochen – südwärts, um einen geeigneten Steg zu finden und ihn abzufangen.
Unsere schmale, kurvige Straße schmiegt sich an den Fjord, doch vom kleinen Offshore-Boot fehlt jede Spur. „Auf dieser Expedition habe ich mehr Papageientaucher als Menschen gesehen“, erzählt mir Dave später.
Die Aussicht aus meinem Fenster wirkt wie aus einem norwegischen Prospekt: Üppige Fichtenwälder, moosbedeckte Felsen, rote Holzhütten und Bootshäuser an grauen Kiesstränden, mit Fischertrockengestellen und idyllischen Stegen ins türkisfarbene Wasser.
Wir entdecken einen geschützten Hafen, markieren unseren Standort per WhatsApp-Pin. Stunden später beobachten wir Dave, wie er gegen die einlaufende Flut ankämpft. Nach der Landung streckt er sich erschöpft aus und ruht lange.
Braungebrannt, sehnig, mit wettergegerbtem Gesicht wie ein alter Seefahrer. Bisher war es eine harte Tour, und von nun an radelt er solo. Doch Aufgeben? Keine Option.
„Meine Achillessehne streikt, mein Hintern ist wund von bis zu 15-Stunden-Tagen. Vier Zoll Taillenumfang weniger. Das wird eine meiner härtesten Expeditionen“, gesteht Dave.
Die Sonne bricht durch, die norwegische Landschaft erstrahlt. Das ruhige Wasser kräuselt sich leicht – die Tide hat sich noch nicht gedreht. Nun bin ich dran, den Schiller zu testen.
Vorsichtig vom Steg ins Wasser. Geringer Tiefgang. Der Ersatzrahmen ist mir zu groß, doch der Sattel passt; ich lehne mich ans Lenkergewicht. Später erfahre ich: So verteilt sich das Gewicht optimal auf die Arme, anders als beim normalen Rad.
Der Schiller ist robust, hat einen weiten Wendekreis, reagiert aber präzise. Ohne Treten – Freilauf unmöglich – hebt der Stützpropeller aus dem Wasser.
Auf hoher See halte ich das Tempo. Um Dave nicht zu bremsen, genieße ich die Kulisse: still durch Fjorde gleiten, Küstenseeschwalben umkreisen, ein Seehund im Kielwasser tollen.
Wie wird man moderner Abenteurer?
Auf einem Hurtigruten-Schiff zurück nach Tromsø sehe ich Dave zum letzten Mal. Der Kapitän sichtet ihn von der Brücke, eine Durchsage mobilisiert alle Passagiere.
Beim tiefen Hornstoß winkt die Menge, jubelt. Dave grüßt emotional zurück. Genau das treibt ihn an: inspirierende Momente. Später frage ich nach dem Rezept für modernes Abenteuertum.
F: Wie finanzieren Sie Ihr Abenteuerleben?
A: Seit 12 Jahren baue ich das auf: Zwei Bestseller als Autor, jährlich Reden auf fünf bis sechs Kontinenten, 60-70 Vorträge. Workshops zum „Leben zählen lassen“. SayYesMore, mein soziales Unternehmen, zielt auf Impact, Profit sekundär.
F: Warum Norwegen und Schiller?
A: Für Expedition1000 teste ich unkonventionelle Fortbewegung. Das crowdfundete Schiller (2013) wartete auf seinen Einsatz. Hurtigrutens Vorschlag für ihre Küstenroute war perfekt.
F: Route-Planung?
A: Google Earth für Anlegestellen und Strände – vor Ort oft anders. Priorität: Hurtigruten-Häfen (außer Seemeilen).
F: Mitgeführte Ausrüstung?
A: Tentipi-Zelt, Kleidung inkl. Trockenanzug, Isomatte, Rucksack. Vorräte für eine Woche Notfall. Pumpe, Werkzeug, Kamera-Set, wasserdichte Packs.
F: Was motiviert Sie?
A: Ein Leben ohne Urlaubsbedarf. Als Introvertierter tanken Introversion im Alleinsein; meine Verlobte, ebenso reisefroh, gibt Zuhause Stärke. Optimismus trotz Ungewissem – pure Freude am Unerwarteten.
F: Höhepunkte dieser Expedition?
A: Hurtigruten bremst für Winken – Tränen in den Augen. Phänomenale Wildlife: Wale, Delfine, Robben. Hilfsbereite Menschen, die den Glauben an die Menschlichkeit stärken.
Rachel reiste mit freundlicher Genehmigung von Besuchen Sie Norwegen und Hurtigruten. Entdecken Sie mehr von Norwegen mit Der grobe Leitfaden für Norwegen . Vergleiche Flüge , suchen Touren , buchen Herbergen und Hotels für Ihre Reise, und vergessen Sie nicht, zu kaufen Reiseversicherung , bevor Sie reisen.
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