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Jenseits der Mighty 5: Abenteuerliche Entdeckungen im Norden Utahs

Spritzen. Schlammiges Wasser peitscht hoch und über die Windschutzscheibe unseres ATVs. Mein Guide Dallin mustert mich durch seine verschlammte Sonnenbrille. Als er mein Lachen sieht, gibt er Gas und jagt die nächste Pfütze an. Kies knirscht unter den Rädern, Wasser kracht erneut herein.

Seit etwa 30 Minuten brettern wir durch den Wasatch Mountain State Park. Schneebedeckte Gipfel ragen aus dem Tal auf und huschen vorbei, während wir uns zwischen Tannen und Fichten winden. Plötzlich lösen sich die Bäume, ein steiler Abhang tut sich auf. Meine schlammigen Finger krallen sich fester in den Sitz.

"Keine Sorge – ich habe noch nie eins von diesen Dingern umgekippt", beruhigt mich Dallin und lenkt den Blick zurück auf den Feldweg. Ich nicke erleichtert und genieße die atemberaubende Aussicht weiter.

Fast alpin wirkt diese Landschaft mit ihren smaragdgrünen Hügeln und tannenbewachsenen Bergen. Doch ein roter Staubwirbel erinnert mich: Ich bin in Utah.

Im Heber Valley im Norden Utahs widerlegt jede Kurve meine Vorurteile über den Staat als reine rote-Felsen-Wüste. Hier, sagen die Einheimischen, trifft "Swiss meets West". Trotz der frischen Schönheit sind wir nach einer Stunde noch immer allein unterwegs.

Touristen rasen durch diesen Teil oder überspringen ihn – Richtung Yellowstone im Norden oder den "Mighty 5"-Nationalparks im Süden. Während der Norden unter dem Radar bleibt, zahlen die südlichen Parks den Preis für ihren Ruhm.

Nationalparks bundesweit ächzen unter Besucherströmen – Utah ist keine Ausnahme. Laut Jim Ireland vom National Park Service stiegen die Freizeitbesuche in Utahs 13 Nationalparkeinheiten (einschließlich der Mighty 5: Arches, Bryce Canyon, Canyonlands, Zion und Capitol Reef) von 2013 bis 2017 um über 67 Prozent.

Zion meldete 2017 einen Rekord von 4.491.125 Besuchern und war damit der dritthäufigstbesuchte Nationalpark der USA.

Der Grund, so Ireland später: Die Faszination des Südwestens, starkes Marketing der Mighty 5 und Utahs rapides Wachstum. Einheimische und Touristen fluten die Parks.

"Lärm, Staub, weniger Wildtiere, Schlangen, Massen – das raubt den eigentlichen Parkzauber", klagt Ireland. Die Behörden bekämpfen es mit Planungen gegen Staus und Überfüllung, etwa Reservierungs- oder Zeit-Einlasssystemen.

"Wir brauchen Besucher, die diese Orte lieben und schützen", betont er, rät aber: "Es hilft, die Last auf weniger bekannte Ziele zu verteilen."

"Utah hat unzählige wunderschöne, unterschätzte Flecken."

Der Wasatch Mountain State Park ist ein Paradebeispiel. Auf dem Rückweg zur steilen Piste winken wir zwei entgegenkommenden Quadfahrern – die ersten Menschen auf unserer Route.

Im Rückspiegel verschwinden sie um die Haarnadelkurve, ihr Motorengebrumm verhallt. Der Park gehört wieder uns.

Der Norden Utahs bietet reichlich mehr. Hier fünf Insider-Tipps, um diesen versteckten Abenteuerspielplatz zu erobern.

1. Planschen Sie auf dem Bärensee

In diesem idyllischen State Park an der Idaho-Grenze verschmelzen See und Himmel. Das türkisfarbene Wasser des Bear Lake lädt zu Kajak, Kanoe und SUP ein.

2. Testen Sie Ihren Mut in Park City

450 Meilen Trails durchziehen Park City – unter den weltbesten. Von sanften Pfaden bis rauen Serpentinen. Die Flying-Dog-Schleife begeistert Profis.

3. Wandern Sie den Adams Canyon Trail

Der 86-Meter-Wasserfall am Ende lohnt die 3,5 Meilen (hin/rück) mittelschwere Tour durch Wälder und Felsen. Im Sommer: Viel Wasser und Sonnencreme mitnehmen.

4. Nervenkitzel im Utah Olympic Park

Gastgeber der Winterspiele 2002. Mutige erklimmen Hochseilgärten oder den 20-Meter-Drop-Tower. Bodenläufer: Zwei Museen zur Ski- und Olympia-Geschichte.

5. Sternenparty auf Antelope Island State Park

Seit 2017 Dark-Sky-Park. Regelmäßige Star-Partys und der jährliche "Antelope by Moonlight Bike Ride" laden zur nächtlichen Erkundung ein. Termine auf der Website checken.