Überholen Sie Toronto und Montréal: In Ottawa tobt eine leise Revolution. Früher als langweiligster Ort Kanadas verschrien und vor einem halben Jahrhundert als "Stadt, die der Spaß vergaß" tituliert, hat sich die kanadische Hauptstadt radikal verändert. Heute pulsiert die grüne, jugendliche Metropole mit einer aufstrebenden Kulinarikszene und einer Fülle an Festivals. Sie ist ihrer Image als bürokratische Provinzstadt entwachsen. Als erfahrene Reiseführer teilen wir mit Ihnen die Top-Aktivitäten in Ottawa.
Warum jetzt nach Ottawa reisen?
Nach dem rauschenden 150-Jahre-Jubiläum Kanadas 2017 mit fliegenden Drachen und Menüs in 50 Metern Höhe gönnte sich Ottawa 2018 eine Pause – doch jetzt ist der ideale Zeitpunkt für Ihren Besuch.
Vermächtnisprojekte des Canada 150 werden realisiert: Die neue Ottawa Art Gallery öffnet im April, Vorzeigemuseen wie die National Gallery und das Canada Science and Technology Museum werden renoviert. Das National Arts Centre verwandelt sich in einen lichtdurchfluteten Raum fernab brutalistischer Ästhetik.
Im November startet die erste Phase des lang erwarteten Stadtbahnsystems (LRT), das coole Viertel für Touristen und Locals zugänglicher macht.
Welche Sehenswürdigkeiten darf ich nicht verpassen?
Ottawas Zauber liegt in ihrer überschaubaren Größe: Wichtige Attraktionen sind fußläufig erreichbar und säumen den majestätischen Ottawa River.
In Gatineau, Ottawas frankophoner Schwesterstadt, startet das Canadian Museum of History ideal. Es erzählt Kanadas Geschichte inklusiv, mit Fokus auf indigene Kulturen. Der maskenartige Eingang, die kanuförmige Große Halle und die 2017 eröffnete Canadian History Hall decken 15.000 Jahre bis zu Themen wie Québec und LGBT-Rechten ab.
Vom Gatineau-Ufer bietet sich ein grandioser Blick auf die gotischen Türme des Parlaments auf dem Parliament Hill.
Die 2017 umgestaltete National Gallery verbindet indigene Artefakte mit westlicher Kunst. Lichtdurchflutete Atrien laden zur Kontemplation ein. Highlights: Werke der Group of Seven und die gerettete Rideau Chapel im Gothic-Revival-Stil.
Museen fesseln tagelang, doch Ottawa lebt von Natur: Über 800 km Radwege, Parks und Wasser. Im Winter wird der Rideau Canal zur größten Eisbahn der Welt (Winterlude-Festival). Im Sommer: Versteckte Badestellen am Gatineau River oder idyllische Seen im Gatineau Park.
Wo soll ich essen?
Im Herzen der Stadt dominiert ByWard Market die Food-Szene mit Ständen für lokale Produkte wie Käse, Gemüse und Ahornsirup. Die Gourmettour von C'est Bon führt zu zehn Stops mit großzügigen Probes.
Im renoviereten Markthaus: Mexikanisches Streetfood bei Corazon De Maiz, Naan-Wraps bei Shafali Bazaar. Play Food & Wine überzeugt mit kleinen Tellermenüs, kanadischen Weinen – perfekt für Vegetarier und Veganer.
Für Hotspots abseits des Zentrums: Hintonburg mit Retro-Läden, Cafés und Bäckereien an der Wellington West. Highlights: Wellington Gastropub (entspanntes Bistro), Angebot und Nachfrage (Austern, Pasta, farm-to-table) und Stofa (weltkulinarisch raffiniert).
Wo finde ich das beste Nachtleben?
Château Lafayette ("The Laff") lockt mit Sessions und Poutine. Lucky Rons Samstags-Slot beweist Ottawas Partygeist.
Chez Lucien (hinter Gardinen): Montréal-Style-Bar mit lokalen Bieren und Top-Burgern. Rainbow Bistro: Authentischer Bluesclub.
Sonnenuntergangscocktails bei Copper Spirits & Sights (Andaz Hyatt) mit Panorama-Blick. Craft-Beer und Naturweine bei Bar Lupulus in Wellington West.
Wo soll ich übernachten?
Mitten im Boom überragt das Fairmont Château Laurier als gotische Ikone mit Marmor, Buntglas und Salons. Entspannt kanadisch, Zimmer ab 149 £.
Gilberto Mesquita/Shutterstock
The Century House: Stilvolles Backsteinherrenhaus nahe ByWard Market mit Antiquitäten und üppigem Frühstück.
Abenteuerlich: HI Jail Hostel im ehemaligen Carleton County Gaol mit Zellen und Galgen.
Ed flog mit Air Canada (Nonstop Heathrow-Ottawa ab ca. 560 £ return inkl. Steuern) und übernachtete im Fairmont Château Laurier. Mehr unter keepexploring.ca und ottawatourism.ca.