Als eine der vier Kaiserstädte Marokkos mit einer UNESCO-geschützten Medina steht Meknès in einer Reihe mit Marrakesch, Rabat und Fès. Trotzdem bleibt diese malerische Hügelstadt oft übersehen. Als erfahrener Reisender durch Nordafrika weiß ich: Sie bietet neugierigen Besuchern einzigartige Schätze – von opulenten Toren über beeindruckende Museen bis hin zu historischen Mausoleen.
Meknès gliedert sich in die alte Medina und die moderne ville nouvelle, nur drei Kilometer voneinander entfernt. Die Medina atmet Geschichte und romantisches Flair, während die ville nouvelle mit großen Häusern, modernen Autos und internationalen Fast-Food-Ketten lockt.
Highlights der Medina
Die Medina ist ein Labyrinth aus spezialisierten Souks mit Kunsthandwerk, Textilien, Souvenirs, Teppichen und sogar Nachahmungssneakers. Im Zentrum thront die Große Moschee aus dem 12. Jahrhundert (für Nicht-Muslime nicht zugänglich). Teehäuser in versteckten Höfen, verzierte Riads und emsige Esel sorgen für authentische Atmosphäre.
Schauen Sie hinauf: Frisch renovierte Zedernholzdächer spenden Schatten in den überdachten Gassen.
Für mehr Einkaufsspaß: Der Markt zwischen Medina und dem alten Mellah (dem jüdischen Viertel mit markanter Architektur). Hier stapeln sich saftige Orangen, rote Chilischoten, getrocknete Körner, Oliven sowie Alltagsgegenstände wie Spielzeug, Küchenutensilien und Wäsche.
Wo starten Sie am besten?
Beginnen Sie am Place el-Hedim – wie ein kleinerer Djemaa el-Fna in Marrakesch. Genießen Sie Pfefferminztee, beobachten Sie das Treiben zur marokkanischen Popmusik und betreten Sie die Medina durch den Eingang neben dem Dar Jamai Museum.
Weitere Top-Sehenswürdigkeiten
Bab el-Mansour begeistert zu Recht: Das 1732 vollendete Tor fasziniert mit Größe, originalen grün-weißen zellij-Kacheln, Marmorsäulen und Koraninschriften.
Das Dar Jamai Museum lohnt den geringen Eintritt allein für seine Ausstattung. Der ehemalige 19.-Jahrhundert-Palast zeigt schillernde Räume mit traditionellem Handwerk: Keramik, Schmuck, Kostüme, Messingarbeiten. Bewundern Sie die atemberaubenden Fliesen und die verzierte Kuppeldecke im ersten Stock.
Das Mausoleum von Moulay Ismail, dem Gründer des imperialen Ruhms, ist ein Highlight. Nicht-Muslime (Frauen: Kopftuch mitnehmen) dürfen die Architektur bestaunen, kommen dem Grab aber nicht zu nahe. Gehen Sie früh wegen der Menschenmengen.
Etwa eine Meile südöstlich der Medina: Heri es-Souani (königliche Getreidespeicher) und Agdal-Becken als ideale Kombi.
Heri es-Souani lagerte Getreide und beherbergte 12.000 Pferde. Trotz Erdbeben 1755 im 18. Jahrhundert imponiert die Ingenieursleistung für Moulay Ismail.
Danach zum Agdal-Becken: Ein riesiger Stausee, gesäumt von Mauerresten.
Empfohlene Tagesausflüge
Unverzichtbar: Volubilis, die UNESCO-Ruinenstadt aus dem 3. Jh. v. Chr., nur 40 Autominuten entfernt. Am westlichen Rand des Römischen Reiches finden Sie gepflasterte Straßen, Olivenpressen und leuchtende Mosaiken.
Kombinieren Sie mit Moulay Idriss, der weiß getünchten Stadt mit Mausoleum und Panoramablick übers Tal.
Einfach zu erkunden?
Ja! Die Medina zu Fuß, orientieren Sie sich an den imposanten Toren (babs). Petits Taxis für Kurzstrecken, grands Taxis für längere, Busse (oft voll).
Wie lange bleiben?
Ein Tag reicht für Highlights inklusive Volubilis, aber ideal als Basis für mehrtägige Erkundungen. Gut angebunden per Bus/Zug nach Fès, Marrakesch, Tanger, Casablanca, Rabat.
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