Die kostenlose Fährfahrt über den Hafen nach Staten Island zählt zu den Highlights jedes New-York-Besuchs. Aber lohnt es sich wirklich, auszusteigen? Als Mitautor des Rough Guides New York, Stephen Keeling, verrät: Absolut!
Kulturell ähnelt Staten Island eher den Vororten von New Jersey als den anderen vier Boroughs. Viele Touristen steigen wegen der verbliebenen Spuren des Hurrikans Sandy gleich wieder ein. Doch dieser 'vergessene' Stadtteil birgt echte Perlen – unversehrt von Sandy: grüne Straßen mit einem beeindruckenden chinesischen Garten, einer tibetischen Galerie, einem Kolonialdorf und authentischen sri-lankischen Restaurants.
Ein 625 Fuß (190,5 m) hohes Riesenrad, potenziell das größte der Welt (bis Dubai es übertrifft), war für 2015 geplant. Das neue National Lighthouse Museum öffnete noch im selben Jahr. Und die weltgrößte Deponie verwandelt sich in den Öko-Triumph Freshkills Park mit vielfältigen Habitaten für Wildtiere, Vögel und Pflanzen.
Die Alte Neue Welt
Sie brauchen nicht nach Williamsburg oder New England zu reisen, um koloniales Amerika zu erleben. Staten Island beherbergt Historic Richmond Town, ein Freilichtmuseum mit rund 27 historischen Gebäuden – unbekannt selbst bei vielen New Yorkern. Im Kern liegt das erhaltene Dorf Richmond, bis 1898 Regierungszentrum der Insel, ergänzt durch umgesiedelte Schindelhäuser. Highlights: Kostümierte Darsteller bei Feuern, Zinnschmiedearbeiten und handgefertigte Artefakte wie Holzfässer. Unverzichtbar: Das niederländisch-stilige Voorlezer’s House, das älteste erhaltene Schulgebäude der USA, erbaut vor 1696 – prähistorisch nach New Yorker Maßstäben.
Die asiatische Verbindung
1998 schufen chinesische Künstler nach jahrelanger Lobbyarbeit im Staten Island Botanical Garden den Chinese Scholar’s Garden – eine atemberaubende Hommage an Suzhous Couple’s Retreat Garden. Dieser 1-Hektar-Komplex im Qing-Stil umfasst pagodenbedeckte Hallen, bepflanzte Höfe, Bambushaine und Koiteiche. Einer von nur zwei authentischen Gelehrtengärten in den USA.
Noch überraschender: Die tibetische Hommage im Jacques Marchais Museum of Tibetan Art. Gebaut in den 1940er Jahren, ähnelt es einer Gompa (buddhistischer Tempel) am Hang. Ausgestellt: Reliquien wie Skulpturen, Thangka-Gemälde, bhutanische Sandmandalas und geschnitzte Stupas, gesammelt von Jacques Marchais. Im Oktober rituelle Zeremonien durch Mönche, jährliches Festival mit Speisen und Handwerk.
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Felix Mizioznikov/Shutterstock
Außerhalb der Festivals prägen sri-lankische Familien die Straßen. „Little Sri Lanka“ in Tompkinsville (Victory Blvd) beherbergt eine der größten Gemeinden außerhalb Sri Lankas. Im New Asha Sri Lankan Restaurant (322 Victory Blvd, nahe Cebra Ave, 718 420 0649) genießen Sie günstige Hopper, vegetarisches Roti, scharfes Hähnchen, Currys und Idlis – sogar Cricket im TV.
Die Staten Island Ferry fährt rund um die Uhr kostenlos. Mehr Infos: www.visitstatenisland.com.
Stephen Keeling ist Mitautor des Rough Guides New York.
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