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Laugavegur Trail: Extremes Wandern in Island – Mein Abenteuer durch Gletscher und Vulkane

Als erfahrener Reisender und Autor meisterte David Leffman die Herausforderungen des 55 km langen Laugavegur Trails von Landmannalaugar nach Skógar: Rhyolith-Hügel, schwarze Sandwüsten und eisige Gletscher – ein Trail nur für die Mutigsten.

Whiteout. Fünf Stunden nach dem Start meiner fünftägigen Wanderung saß ich im Schneesturm fest. Durch den stechenden, windgetriebenen Schnee konnte ich kaum meine Füße sehen, geschweige denn den nächsten gelben Markierungs-Pfosten. Ich befand mich unterhalb von Hrafntinnusker, einer geröllbedeckten Hochebene aus Obsidian – schwarzem Vulkanglas. Nur etwa 500 m entfernt, jenseits des Kamms, wartete die Schutzhütte für die Nacht. Ich hoffte inständig, dass ich nicht weitere fünf Stunden brauchen würde.

Warum den Laugavegur Trail wandern?

Der Laugavegur Trail bietet unvergessliche Gründe: 55 km durch Islands südliches Hochland von den heißen Quellen und vulkanischen Ödlanden bei Landmannalaugar bis zum malerischen Þórsmörk. Das unberechenbare Wetter mit stürmischen Winden über den Pässen gehört jedoch nicht dazu. Die Landschaft verspricht Spektakel – orangefarbene Rhyolith-Hügel, türkisfarbene Bergseen, schwarze Sandfelder und gewaltige Gletscher. Doch bislang hatte ich nichts davon erblickt.

Ankunft in Álfavatn

Der Fortschritt war quälend langsam. Sobald das Unwetter nachließ, peilte ich mit dem Kompass den nächsten Pfosten an und folgte ihm blind. Ich verdrängte Gedanken an verirrte Wanderer, die unter ähnlichen Bedingungen ums Leben kamen. Schließlich erreichte ich die Hütte bei Hrafntinnusker. Am nächsten Tag löste sich der Sturm auf, hinterließ einen Meter Schnee und bot klare Sicht: Vom Plateau bis zu den smaragdgrünen Hügeln um Álfavatn (Schwanensee). Bei unerwarteter Sonne, heiß genug für T-Shirt, querte ich vulkanischen Sand. Bei der Innri-Emstruá-Brücke trieben Hirten Islandpferde zur Sommerweide. Abends genoss ich vom felsigen Grat den Blick auf Mýrdalsjökull und die weiten Gletscherpanoramen.

Die Þróngá durchqueren

Einen Tag später stand ich vor der Þróngá, dem tiefsten unüberbrückten Fluss – glücklicherweise hüfttief. Oft muss man auf sinkenden Wasserstand warten. Jenseits lag Þórsmörk mit einem dramatischen Kontrast: Nach der kargen Monotonie explodierten üppige Farben, Blumen und Zwergbirken. Das tiefe Tal folgt dem Krossá-Fluss von Gletschern gespeist, umgeben von Pässen und Geröllhalden – Islands schönstes Wandergebiet.

Weiter durch die Berge nach Skógar

Warum in Þórsmörk stoppen? Ich zog südlich über die Berge nach Skógar und der Ringstraße. Der Ranger schätzte 25 km auf acht Stunden: „Drei Stunden bis zum Morinsheiði-Grat – ich schaffte es gestern in 45 Minuten per Rettungsfahrzeug.“

Von Morinsheiði nach Heljarkambur

Drei Stunden später, über den scharfen „Cat's Spine Ridge“ (danke für die Seil-Sicherung!), erreichte ich Morinsheiði: Eine flache Kiesfläche mit leeren Wegweisern. Dann die enge Querung bei Heljarkambur – ein 15 cm breiter Pfad mit Klippe links, 90 m Abgrund rechts; ein Warnschild wäre angebracht! Steiles Schneefeld folgte ohne Steigeisen, dann frisches Lavafeld vom Eyjafjallajökull-Ausbruch 2010, dessen Asche Europa lahmlegte – ein stolzer Moment für Isländer.

Der Abstieg nach Skógar begann abrupt. Schnee verschwand, Tempo stieg – gebremst von einer defekten Brücke über eine Schlucht. Der Pfad folgte dem wachsenden Fluss durch tiefe Canyons mit Kaskaden, kulminierend im 62 m hohen Skógafoss. Nestende Sturmvögel umkreisten die Gischt, als ich die Treppe hinabstieg zur grünen Wiese und dem Dorf Skógar.

Tipps für den Laugavegur Trail

Geöffnet Juni bis Ende August (wetterabhängig). Tägliche Busse von Reykjavík nach Landmannalaugar, Þórsmörk und Skógar. Essentiell: Robuste Stiefel, Thermo- und Wasserkleidung – keine Jeans erlaubt. Hütten mit Matratzen, Küche, Duschen buchen über Ferðafélag Íslands; Schlafsack und Essen mitnehmen. Camping vor Ort möglich mit sturmfestem Zelt. Weitere Infos: unsere Tipps und Tricks.

Erleben Sie den Laugavegur Trail selbst

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