Auf einer Reise entlang der mexikanischen Riviera Nayarit, nur eine kurze Fahrt nördlich der pulsierenden Lichter von Puerto Vallarta entfernt, entdeckt Neil McQuillian das Unerwartete...
Dort! Ich drehe den Kopf, um besser zu sehen. Ja – eindeutig. Diese seltene Mischung aus leuchtenden Farben und erdigen Brauntönen: beeindruckend. Eine echte Sichtung. Niemals hätte ich gedacht, in dieser Region einer wie ihr zu begegnen.
Dies war definitiv der falsche Lebensraum dafür. Ich befand mich nur 40 km – eine halbe Autostunde – nördlich von Puerto Vallarta, der zweitgrößten Stadt im Bundesstaat Jalisco, einer lebhaften Partymeile voller nordamerikanischer Touristen. Hier hätte mein 'Kleingefleckter' diesen Waldrand meiden sollen.
Aber nein – ich hatte bereits einen Hippie gesichtet. Vor dem grauen Beton einer Autobahntankstelle: ihre Strandtarnung und goldenen Dreadlocks unverkennbar. Und sie suchte eine Mitfahrgelegenheit: klassisches Hippie-Verhalten.
Das war erst mein erster voller Tag in Mexiko. Puerto Vallarta selbst hatte ich noch nicht besucht, obwohl ich mit einem der neuen Direktflüge von Thomson aus dem Vereinigten Königreich am Flughafen gelandet war – den einzigen non-stop Verbindungen aus Europa. Stattdessen war ich direkt die Küste hinaufgefahren. Nach den Berichten über die Spring Break-Partys in der Stadt sehnte ich mich nach Ruhe.
"Hubs of Hippiedom and Bastions of Bodaciousness"
Mein Guide Guillermo versicherte mir jedoch, dass die besuchten Orte nicht nur entspannt, sondern wahre Hippie-Hotspots und Oasen der Freiheit seien. Seitdem saß ich gespannt auf dem Beifahrersitz – und prompt erschien sie: eine Vision in Batik.
Auch ohne Nähe zu Vallarta zweifelte ich an der Hippie-Theorie. Dieser Küstenstreifen, direkt hinter der Grenze zu Jalisco, wurde kürzlich in Riviera Nayarit umbenannt. Mexikos Tourismusbehörden pushen es aggressiv; bestehende Resorts wirken eher luxuriös als alternativ. Achtung: Letztes Mal bei solchem Einsatz entstand Cancún.
Doch die Zufahrt nach Sayulita, dem bekanntesten Boho-Strandort Nayarits, fühlte sich nicht nach Boom an. Wogende Bäume, Drahtzäune, Palapa-Hütten neben rostigen Autos: purer Hippie-Vibe.
Sayulita selbst war malerisch chaotisch. Kopfsteinpflaster ersetzte Asphalt, bunte Fassaden, girlandenverzierte Plätze – gemütlich, nicht verrückt. Kein Hippie in Sicht.
"Was zog Drogen-Enthusiasten in Kakteen-Gebiet?"
Guillermo führte mich zu "Galerien" – künstlerischen Läden. Ich kaufte einen Boho-Überwurf in Pink-Neon und Huichol-Kunstkarten. Die Huichol, schamanistisches Volk der Region, inspirieren sich rituell aus Peyote-Kaktus. Ihre Werke faszinieren: Wolfsmenschen mit Banjos, mythische Figuren.
Sayulita schien mehr Shopping als Baumumarmungen. Doch Peyote weckte Neugier: Die 1960er-Hippies kamen wegen der Wellen, sagte Guillermo. Sayulita Dreamin' – Top-Surfspots Mexikos. Der Strand: idyllisch, mit Surfverleih und Händlern.
"San Pancho: Wie Sayulita, nur ohne Massen"
Ich mochte Sayulita, ideal für einen Urlaub. Doch es fühlte sich kommerzialisiert an, nicht wie 'The Beach'. Meine Hippie-Sichtung? Vielleicht in San Pancho, 10 Minuten nördlich.
San Francisco, oder San Pancho: gleicher Strand, sumpfiges Areal, Sonne, Meer – aber leerer, elementarer. Reiher schwebten träge. Kuppelzelte am Rand, ein Langhaariger meditierte auf Rucksäcken. Im Strandrestaurant genoss ich rauchiges Aguachile.
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