Für viele Reisende ist eine Tour mit einem echten Gaucho das Highlight einer Argentinien-Reise. Gauchos, die legendären nomadischen Reiter Argentiniens, symbolisieren Mut und Viehzähmerei-Fähigkeiten. Reiseexpertin Heidi Fuller-Love taucht einen Tag lang in ihr Leben ein.
Heidi Fuller-Love erlebt einen Tag als Gaucho in Argentinien
Gaucho-Tagesausflüge nahe Buenos Aires kosten nur ein Dutzend Pesos, doch ich sehnte mich nach einem authentischen Erlebnis auf einer traditionellen Estancia. So traf ich Andrés, einen Gaucho-Führer von toursbylocals.com, und besuchte seine Ranch im Paraná-Delta.
Eine Autostunde durch die Vororte Buenos Aires’, vorbei an Elendsvierteln, führt ins Delta, wo Andrés mich erwartet. Im San-Telmo-Viertel wirkte er in Anzug fehl am Platz – hier, klein, drahtig, mit Boina-Mütze und weiten Bombacha-Hosen mit krummen Beinen, ist er der Inbegriff eines Gauchos.
Entdeckung des Paraná-Deltas
Zuerst eine kurze Tour durch Tigre, die Hauptstadt des Deltas: „Benannt nach den Jaguars, einst tigres genannt“, erklärt Andrés. Wir schlendern durch Antiquitätenläden, eine Kunsthandwerksmesse, ein Museum argentinischer Künstler und das Mate-Museum, bevor wir per Motorboot aufbrechen.
Mit 5.405 Quadratmeilen ist das Delta Argentiniens Venedig: Eine inselübersäte Wasserwelt, die in den Río de la Plata mündet. Wir gleiten durch schokoladenbraunes Wasser vorbei an kolonialen Villen. „Viele Prominente lebten hier – sogar Madonna mit ihren Kindern während der Evita-Dreharbeiten“, sagt Andrés.
Das Delta mit seinem fruchtbaren Grasland ist seit Jahrhunderten Gaucho-Heimat. „Mein Urgroßvater kaufte diese Ranch“, erzählt er, als wir anlegen.
Gauchos sind nationales Symbol: Der Klassiker La Guerra Gaucha (1940er) und das Epos Martín Fierro von José Hernández prägen die Kultur. „Martín Fierro steht für das Gute gegen das Böse“, erklärt Andrés.
Auf einem Hügel hinter dem Fachwerkhaus lerne ich Boleadoras werfen: Drei lederumwickelte Steine an Bändern, um Vieh zu fangen. Andrés trifft präzise – ich lande bei meinen Schienbeinen und präsentiere blaue Flecken.
Argentinisches Gaucho-Reiten erlernen
Angestellter José holt zwei robuste Criollo-Pferde. In Bombacha und Boina galoppiere ich mit ihm und seinem Hund los, um fügsame Criolla-Rinder zusammenzutreiben.
José fängt ein Kalb, wirft es über den Sattelknopf und lehrt mich Lassowerfen an einen Baumstumpf. Bald klappt’s – bei galoppierender Herde verfehle ich jedes Horn.
Traditionelle Gaucho-Speisen und -Getränke verkosten
Zurück auf der Ranch kreist die yerba mate-Kalebasse. Der bittere Schluck aus dem Nationalgetränk schockiert – Andrés lacht und reicht Malbec: „Ein Geschmack, den man erwirbt.“
Beim Asado füllt er eine Grube mit Kohle, grillt morcilla (Blutwurst), mollejas (Süßbrot) und asado de tira (Rippen) auf der parilla. Knusprig, leicht angekohlt – purer Genuss mit Chimichurri. „Du isst wie ein Gaucho!“, grinst Andrés.
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Bild oben: Gaucho in Argentinien © Shutterstock
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