Wandern in Deutschland ist mehr als nur ein Hobby, es ist eine Leidenschaft. Mit einem Wegenetz von fast 200.000 Kilometern bietet Deutschland unzählige Möglichkeiten für Wanderer. Sachsen sticht dabei mit einigen der beliebtesten und vielfältigsten Wanderrouten hervor.
Die sächsische Wanderlandschaft überzeugt durch ihre Vielfalt. Von entspannten Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Fernwanderungen ist für jeden etwas dabei. Dabei begeistert vor allem die abwechslungsreiche Natur mit ihren malerischen Landschaften und historischen Sehenswürdigkeiten.
Weite Wiesen, dichte Wälder, sanfte Hügel, steile Anstiege und atemberaubende Aussichten – Sachsen bietet alles, was das Wanderherz begehrt. Zahlreiche Burgen, Schlösser und charmante Städte säumen die Wege und laden zu einer kulturellen Entdeckungsreise ein. Also, worauf warten Sie noch? Schnüren Sie Ihre Wanderschuhe und entdecken Sie fünf der schönsten Wandergebiete Sachsens.
Aussichtsgenuss pur: Der Vogtland-Panoramaweg
Das Vogtland im Südwesten Sachsens ist ein wahres Wanderparadies. Fünf Routen tragen hier das begehrte deutsche Qualitätssiegel, das nur an Wanderwege mit erstklassigen Wandererlebnissen vergeben wird. Die Auszeichnung unterstreicht die Expertise und das Engagement der Region für hochwertige Wanderangebote.
Die sanften, grünen Hügel und dichten Wälder des Vogtlandes laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Der Vogtland-Panoramaweg bietet auf einer 220 Kilometer langen Rundtour ein "Best of" der Region. Start- und Zielpunkt ist die beeindruckende Göltzschtalbrücke, die größte Backsteinbrücke der Welt (Kamera nicht vergessen!).
Die 12 Etappen des Weges sind zwischen 12 und 24 Kilometer lang. Je nach Kondition und Vorlieben können Wanderer problemlos individuelle, kürzere Touren zusammenstellen.
Besonders praktisch: Es werden "Wandern ohne Gepäck"-Pakete angeboten, die die Erkundung des Vogtland-Panoramawegs noch angenehmer gestalten.
Unterwegs genießen Wanderer nicht nur die herrliche Landschaft, sondern tauchen auch in die einzigartigen Traditionen der Region ein. Besuchen Sie die Spitzenklöppelei in Plauen oder die Musikinstrumentenbauer in Markneukirchen.
Oder gönnen Sie sich eine traditionelle Moorkur in Bad Elster, einem der ältesten Kurorte Sachsens. Ihre Gelenke werden es Ihnen danken. Die historischen Kurbäder der Region, wie Bad Elster und Bad Brambach, zeugen von einer langen Tradition der Gesundheitsförderung und des Wohlbefindens. ([Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr](URL ungültige entfernen))
Gipfelglück auf dem Oberlausitzer Bergweg
Im südöstlichen Zipfel Sachsens, wo die Region an Polen und Tschechien grenzt, liegt die Oberlausitz. Hier schlängelt sich der Oberlausitzer Bergweg auf 106 Kilometern durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Bergen, Wäldern und Wiesen.
Eine lebendige Mittelgebirgslandschaft mit Granitkämmen, vulkanischen Kuppen, markanten Sandsteinbergen und malerischen Tälern erwartet Wanderer in einer Höhe von 200 bis 800 Metern. Höhepunkte der Tour sind die Gipfel mehrerer Berge, darunter Valtenberg (587 m), Bieleboh (499 m), Kottmar (583 m) oder Lausche (792 m).
Von den Gipfeln genießt man einen herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft bis hinüber zum Böhmischen Hochland, Isergebirge und Riesengebirge in Tschechien.
Neben tollen Panoramen und gemütlichen Rastplätzen bietet das Wandern hier Einblicke in eine weitere sächsische Besonderheit: In den idyllischen Dörfern der Region gibt es wunderschöne Umgebindehäuser, eine einzigartige Fachwerkbauweise, die tolle Fotomotive bietet.
Wandern abseits der Hektik: Der Erzgebirge-Vogtland-Kammweg
Vergessen wir für einen Moment die sportliche Seite des Wanderns. Geht es beim Wandern nicht vor allem darum, zur Ruhe zu kommen, die Verbindung zur Natur zu stärken und die seltenen Momente der inneren Einkehr zu genießen?
Wir finden schon und empfehlen daher den Erzgebirge-Vogtland-Kammweg. Hier erwarten Sie sanft rauschende Tannen, klare Bäche, bizarre Felsformationen, blühende Bergwiesen, schattige Wälder und unvergessliche Momente fernab des Alltags.
Dieser Fernwanderweg (ca. 290 Kilometer) kann entweder komplett erwandert oder in einzelnen Etappen erkundet werden. Die Route durchquert das Erzgebirge und das Vogtland und führt Wanderer entlang der sächsischen Bergbautradition und des einzigartigen Holzhandwerks.
Deutschlands höchstgelegene Stadt, Oberwiesenthal (914 m), liegt ebenso auf dem Weg wie das Sächsische Brauereimuseum (für Interessierte). Besonders die letzte Etappe ist ein genussvoller Streifzug durch die Natur von ihrer schönsten Seite, durch ein Gebiet, das von menschlichen Eingriffen weitgehend unberührt ist und somit seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet.
Märchenhafte Momente auf dem Malerweg
Liebhaber der Romantik kennen vielleicht "Der Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich. Für viele ist es sein Meisterwerk – entstanden auf einer Wanderung auf dem heutigen Malerweg.
Eingebettet in die märchenhafte Landschaft der Sächsischen Schweiz, ist der Malerweg aufgrund seiner natürlichen Schönheit besonders beliebt bei Wanderern. Die acht Tagesetappen mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 16 Kilometern sind gut zu bewältigen und für Wanderer jeden Alters und Erfahrungsstands geeignet.
Der Startpunkt der Wanderung kann beliebig gewählt werden. Ein beliebter Ausgangspunkt ist die Stadt Pirna, von wo aus der Weg in das beeindruckende Elbsandsteingebirge der Sächsischen Schweiz mit seinen Tafelbergen, tiefen Schluchten und imposanten Felsformationen führt.
Die atemberaubenden Ausblicke und spektakulären Landschaften dieses Teils Sachsens haben auch Hollywood begeistert. "Die Chroniken von Narnia", "Cloud Atlas" und "Grand Budapest Hotel" wurden alle im Elbsandsteingebirge gedreht.
Auch der Malerweg hat seine abenteuerlichen Momente, zum Beispiel beim Aufstieg über Eisenleitern zur Aussichtsplattform auf den Schrammsteinen. Ein Wasserfall, die Festung Königstein und die malerische Altstadt von Pirna machen den Malerweg zu einem unvergesslichen Erlebnis, das selbst anspruchsvolle Wanderer begeistert.
Genusswandern auf dem Sächsischen Weinlehrpfad
Zu guter Letzt möchten wir Ihnen die Sächsische Weinstraße vorstellen, eine wunderbare Möglichkeit, Aktivität mit Genuss zu verbinden – und dabei eines der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands kennenzulernen. Eine Weinprobe gehört hier natürlich unbedingt dazu!
Auf rund 90 Kilometern führt der Weg von Pirna über Dresden, Radebeul, Coswig, Weinböhla, Niederau und Meißen bis zum Schloss Seußlitz. Unterwegs passieren Sie zahlreiche Weingüter, die für 850 Jahre Weinbau im Elbtal stehen und Besucher mit regionalen Spezialitäten wie dem Goldriesling bekannt machen, der nur an der Elbe angebaut wird.
Die Landschaft ist bezaubernd, mit vielen Schlössern und Herrenhäusern entlang des Weges, von denen einige – wenig überraschend – auch Weinberge sind, wie zum Beispiel Schloss Wackerbarth, das wohl bekannteste unter ihnen.
Der Sächsische Weinwanderweg ist ideal für Genusswanderer, die sich für kulinarische Köstlichkeiten (viele tolle Straußwirtschaften am Weg!) ebenso begeistern wie für moderate sportliche Betätigung – eine Kombination, die wir für absolut empfehlenswert halten.
Die sechs Etappen des Weges entsprechen etwa 5 bis 6 Stunden Gehzeit pro Tag, also alles gut machbar – und eine tolle Möglichkeit, einen Wandertag in eine Städtereise nach Dresden zu integrieren.
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