Der afrikanische Elefant steht unter ständiger Bedrohung durch Wilderer, und seine Population ist in sieben Jahren um ein Drittel geschrumpft. Als erfahrener Reisejournalist reiste Joe Minihane ins Samburu-Reservat in Kenia, um die bedrohten Elefanten und die engagierten Retter vor Ort zu treffen.
Sein Rüssel schwingt wie ein Pendel, als er sich umdreht und unseren 4×4 entdeckt. Langsam und lautlos trottet er auf uns zu.
„Keinen Muskel bewegen“, flüstert Saba vom Fahrersitz. „Lass ihn einfach kommen.“ Ich beobachte gebannt, wie dieser junge männliche Elefant unser Fahrzeug umkreist, drehe langsam den Kopf, als er vorbeizieht, und höre sein interessiertes Grunzen. Sein Geruch ist scharf, die Haut feucht.
„Er sondert aus seinen Schläfendrüsen ab“, erklärt Saba, während er zum nahen ausgetrockneten Flussbett abbiegt. „Das bedeutet, er ist in Musth.“ Musth ist eine Phase hoher Testosteronwerte bei Bullen, in der sie besonders aggressiv und gefährlich werden können.
Im Samburu-Reservat im Norden Kenias befinde ich mich an der vordersten Front des Kampfs gegen die Elfenbeinwilderei, die diese majestätischen Tiere bedroht.
Saba Douglas Hamilton führt mich durch. Gemeinsam mit Vater Iain und Ehemann Frank Pope leitet sie von hier aus die renommierte Organisation Save the Elephants (STE), die entscheidende Naturschutzarbeit im ostafrikanischen Busch leistet.
Die Krise des afrikanischen Elefanten ist unübersehbar: Laut Great African Elephant Census sank die Population zwischen 2007 und 2014 kontinentweit um 30 Prozent. Im September 2016 meldete die IUCN (Internationale Union für Naturschutz) den schlimmsten Rückgang seit 25 Jahren. Hauptursache: Wilderei.
Überall im Reservat zeugen Szenen von Erfolgen – eine Mutter stillt ihr Kalb im Schatten einer Akazie, der junge Bulle Anwar drapiert freudig seinen Rüssel über einen 4×4 von Safarigästen. Solche Momente waren vor Jahren undenkbar und resultieren aus der engen Kooperation zwischen Einheimischen und STE.
Jährlich fallen weltweit schätzungsweise 22.000 Elefanten Stoßzahnjägern zum Opfer. Trotz des 1989 verhängten internationalen Elfenbeinhandelsverbots blüht der illegale Handel – vor allem nach China – weiter, ergänzt durch legale Verkäufe aus Ländern wie Botswana und Südafrika in den 2000er Jahren.
„Kenia schneidet im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern gut ab“, betont Saba. Doch Samburu blieb nicht verschont: Im Dezember 2012 wurden hier allein 28 Elefanten getötet.
„Das war der Tiefpunkt“, erinnert sich Saba. STE intensivierte daraufhin die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden, um Wilderernetzwerke aufzudecken. 2013 stellten sich 19 Verdächtige selbst den Ältesten. Seit 2014 übersteigen Geburten die Todesfälle – STE ist mittlerweile fest in die lokale Community eingebunden.
„Es ist ein Mythos, dass Chinesen die Wilderei selbst betreiben“, klärt Frank Pope im STE-Forschungszentrum. „Sie kaufen oft, jagen aber selten. Die Täter sind meist Einheimische – daher ist Community-Arbeit essenziell. Gegen Menschenhandelsnetzwerke hilft alleinige Wildereibekämpfung nicht.“
STE setzt auf Diplomatie: Kooperationen mit chinesischen Stars wie NBA-Legende Yao Ming, Einladungen nach Samburu und Dialog mit Staatsmedien wie Xinhua haben Türen geöffnet. Ein Praktikantenprogramm bringt junge chinesische Forscher nach Kenia zur Unterstützung bei Kollarkennung und Populationsforschung.
„Erste Erfolge zeichnen sich ab“, sagt Saba. China verbannte 2017 den Inlands-Elfenbeinhandel; alle 34 Fabriken schlossen im März, 130 Läden folgten bis Jahresende. Preise fielen von 2.200 auf 730 US-Dollar pro Kilo (STE-Bericht 2017).
Trotzdem lauern Risiken: Eine geplante Autobahn könnte Wanderwege stören, Bevölkerungswachstum auf 80 Millionen bis 2050 Mensch-Elefant-Konflikte schüren.
Beim Rückweg in den Busch überwältigt Samburus Majestät: Paviane klettern, Krokodile gähnen in Tümpeln, Elefanten suchen Wasser in staubigen Pfaden.
„Optimistisch? Ich muss es sein“, sagt Saba zu ihren geliebten Tieren. „Elefanten symbolisieren das Gefüge des Lebens – ihr Schicksal betrifft uns alle.“
Planen Sie eine ethische Reise nach Kenia? Erwägen Sie eine nachhaltige, maßgeschneiderte Reise, die von einem lokalen Reiseveranstalter zusammengestellt wurde, wie z. B. unsere Familiensafari oder die Reise von Busch nach Strand. Wie alle unsere maßgeschneiderten Reisen sind diese Reiserouten zu 100 % an Ihre Vorlieben und Wünsche anpassbar.
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