Urlaub auf den Malediven steht für puren Luxus und atemberaubende Überwasser-Villen. Doch führende Resorts sichern die Zukunft dieser Inselparadiese durch innovative Nachhaltigkeitsstrategien.
Als Reisender, der den feuchten britischen Himmel gegen palmenumwachsene Strände eintauscht, suche ich oft Orte, die fernab der Heimat wirken. Viele Resorts mit Designs aus London, Paris oder Berlin und Restaurants internationaler Star-Köche bieten das – doch fehlt oft der maledivische Charme.
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Zu oft begegne ich nur den fleißigen Maledivern, die Handtücher falten oder Gäste mit Buggys transportieren. Glücklicherweise ändert sich das grundlegend.
Präsident Ibrahim Mohamed Solih fordert mehr lokale Beschäftigung und Schulungen in Management, Marketing und Tauchschulen. Die besten Botschafter sind Einheimische, wie Ahmed Siyam Mohamed von Sun Siyam Resorts betont, der fünf Anlagen betreibt und Maledivern Führungspositionen eröffnet.
Beim Siyam World Resort, eröffnet im Oktober 2021, dominieren Werbefotos den weltgrößten aufblasbaren Hindernisparcours. Ebenso beeindruckend: Bilder vom lokalen Team, das die Insel erkundet. Meine erste Tauchtour hier – auf dem Noonu-Atoll – führte mich zu einem maledivischen Instructor, einer Rarität, die auf Siyam World Standard ist. Die Tauchschule wird ausschließlich von englischsprachigen Maledivern geleitet.
Mariyam Thuhufaa, die Meeresbiologin des Resorts und Malediverin, überwacht Korallenvermehrung und -Wiederherstellung. Gäste können mitmachen. Sie bildet Kinder aus lokalen Inseln aus: „Maledivische Kinder sind ideal positioniert – sie springen jederzeit ins Wasser und forschen vor ihrer Haustür.“
Amilla im UNESCO-Biosphärenreservat Baa Atoll hat während der Pandemie seinen Ansatz aufgefrischt. Meeresbiologin Chiara Gambini leitet Programme, die Mitarbeiter und Gäste – besonders Junge – für Meeresleben sensibilisieren. Sensibel respektiert sie lokale Sichten, wie bei einem Kollegen, der eine Zigarette ins Wasser warf: „Das ist euer Land – schützt es.“ Sie klärt auch Gäste über Haiflossen oder Seegurken-Mythen auf.
Auf Amilla pulsiert Leidenschaft für das Meer. Bei einer Mantarochen-Tour fischt ein Mitarbeiter Plastik aus dem Wasser; Divemaster tauchen nach Meeresmüll. Pandemiebedingte Lieferengpässe trieben lokale Produktion voran: Bananenplantage, Hydroponik-Garten, Pilzhütte, Hühnerfarm „Cluckingham Palace“ und 2.500 Kokospalmen für Creme, Öl, Dächer und Seile.
Restgemüse wird kreativ verarbeitet – karamellisierte Brokkolistiele oder Ananas-Tepache. Der ethische Burger nutzt Freilandfleisch aus Tasmaniens Cape Grim, Pilze, Löwenzahn und hausgemachte Saucen: „Nah an null Food Miles, so gut es geht“, sagt Managerin Victoria Kruse.
Amilla meidet Plastik konsequent – selbst in Villen. Die einzigen Stelzen-Baumwipfelvillen sind von Grün umgeben. Kinder erhalten Bio-Baumwollspielzeug und Tropenvogel-Rucksäcke. Das Spa bietet traditionelle Dhivehi-Beys-Behandlungen; eine Malediven-Kulturwoche debütierte hier.
Patina Maldives auf künstlicher Insel integriert maledivische Küche im Kids-Club, pflanzt Grün und plant Waldbaden. Solardächer versorgen Tauchschule und Club.
Siyam World glänzt mit lokalen Motiven: Briefmarken-inspirierte Papiere, traditionelle Uniformen, maledivischen General Manager und Sommelier. Trotz 472 Villen auf 54 Hektar fühlt es sich wild an – mit historischem Brunnen und Ruinen.
Planen Sie nachhaltigen Luxus: Buchen Sie in Amilla, Siyam World oder Patina.