Die westukrainische Stadt Lemberg (Львів), auch Lviv genannt, begeistert mit einer blühenden Café-Szene, wachsenden Backpacker-Hostels und ihrer touristenfreundlichen Atmosphäre. Als Top-10-Stadt 2014 bei Rough Guides gilt sie als größte Überraschung der Ukraine – ein Juwel des ehemaligen Habsburgerreichs, dessen Eleganz alle Klischees über Osteuropa widerlegt. Als erfahrener Reisender in der Region empfehle ich: Setzen Sie Lemberg auf Ihre Route zu Europas östlichen Rändern. Hier sind zehn Gründe.
Eine Altstadt, perfekt zum Bummeln
Die fußgängerfreundliche Altstadt von Lemberg wirkt wie aus Mitteleuropa entsprungen, mit katholischen, orthodoxen und armenischen Kirchen, die eine multikulturelle Geschichte zeugen. Im Herzen liegt der weitläufige Rynok-Platz, umgeben von Renaissance-Herrenhäusern und Innenhöfen, voller Straßencafés. Die Habsburger-Nostalgie prägt das Nachtleben: Bedienstete in Zylinderhüten führen in 19.-Jahrhundert-Cafés, Kellnerinnen in Rüschenschürzen servieren schaumiges Bier.
Grünflächen entlang des Prospekt Svobody
Westlich der Altstadt erstreckt sich der Prospekt Svobody ("Allee der Freiheit"), eine breite Avenue mit zentralem Parkstreifen und Springbrunnen. Am Nordende thront das prächtige Opernhaus von 1900 mit geflügelten Künste-Statuen. Im Süden ehren Denkmäler für den ukrainischen Dichter Shevchenko und den polnischen Barden Mickiewicz das vielfältige Erbe.
Karpaten-Bergzauber
Obwohl die Karpaten entfernt liegen, inspiriert ihr Zauber Lemberg. Das Museum für Volksarchitektur nordöstlich des Zentrums auf einem bewaldeten Hügel führt in ländliche Traditionen ein. Highlights sind die märchenhaften Karpatenkirchen mit pagodenartigen Glockentürmen.
Kunst im Freien auf dem Lychakivske-Friedhof
Drei Kilometer südöstlich des Zentrums liegt der Lychakivske-Friedhof, eine der schönsten Begräbnisstätten Europas. Seit 1786 angelegt, wirkt er wie ein parkähnliches Museum mit reich verzierten Kapellen, Engeln und Statuen – eine Freiluft-Galerie.
Museen der alten Schule
Lembergs Museen, trotz knapper Budgets, faszinieren mit knarrenden Treppen, polierten Böden und persönlicher Führung. Die Lemberger Kunstgalerie im Potocki-Palast präsentiert antike Möbel in opulenten Sälen – ein Hauch von Authentizität ohne moderne Effekte.
Bier mit Tradition
Das Brewery Museum erzählt lebendig die Braugeschichte, angeschlossen an die renommierte Lvivskie-Brauerei mit lokalen Rezepten aus Habsburger- und Sowjetzeiten. Lokale Brauereien wie Stare Misto und Pubs wie Kumpel brauen erstklassiges Bier.
Ein Spaziergang im Park
Der riesige Stryiskyi Park südlich des Zentrums lädt zu Spaziergängen und Picknicks ein. Pfade führen durch bewaldetes Gelände. Im Südwesten fährt die Kindereisenbahn, betrieben von jugendlichen Auszubildenden, auf Schmalspur.
Exotische Cocktails
Leopold von Sacher-Masoch, berühmter Lemberger und Namensgeber des Masochismus, hat eine Tribute-Bar: Das Masoch mit verspieltem Dekor aus Spitze und Unterwäsche. Cocktails wie "Burning Desire" kommen im High-Heel-Schuh – charmant und einzigartig.
Tod durch Schokolade
Habsburger-Cafés machten Lemberg zur Kaffee- und Schokoladenhochburg. Heute wimmelt es von Cafés. Das Lviv Handmade Chocolate Café bietet Schokolade als Getränk, Mousse oder Bonbons in allen Varianten – eine lebendige Tradition.
Ukrainische Hemden
Die traditionelle Vyshyvanka (Sorochka), ein bestickter weißer Kittel, ist das perfekte Souvenir. Hochwertige handgearbeitete Exemplare finden Sie am Altstadtmarkt (Teatralna/Lesi Ukrainky). Günstigere Varianten am Krakivsky-Rynok-Markt mit Obst, Gemüse und Kleidung.
Lesen Sie, was der Rough Guide to Ukraine 2014 zu Lemberg sagt.
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