Wildcampen ist im Oman legal und eine der faszinierendsten Wege, die atemberaubende Vielfalt des Landes zu entdecken – vorausgesetzt, es geschieht verantwortungsvoll. Als erfahrene Reisende schlug Fiona McAuslan ihr Zelt in den Bergen des Jebel Akhdar auf und stieß auf unerwartete Highlights.
Von all den Dingen, die ich beim Wildcampen an einem omanischen Berghang erwartet hatte, stand eine Einladung zum Abendessen definitiv nicht auf der Liste. Doch genau das Unerwartete macht das Aufschlagen eines Zeltes in 3000 Fuß Höhe in den Jebel-Akhdar-Bergen so besonders.
Die Schönheit dieser Berge ist wild und imposant. Tagsüber erstrecken sich kilometerweit gezackte Drachenzahnkämme – doch wir kamen nach Einbruch der Dunkelheit an, nach einer Fahrt auf einer steilen Piste. Im Schein unserer einzigen Campinglampe wirkten die Felsen bedrohlich und unwirtlich.
Wir hatten angehalten, um den Sonnenuntergang zu genießen. Das Knirschen unserer Schritte auf dem schuttbedeckten Kies war das einzige Geräusch unter dem zitronengelben Himmel. Wir entschieden uns für den einzigen Weg nach oben.
Ein paar Meilen weiter auf der messerscharfen Piste kam eine kleine Gestalt in Sicht: Eine Mutter mit Kindern, die ihre Abayas festhielten und den Kopf bedeckten, wies uns den richtigen Weg zur Straße. Tief unter uns funkelte die nächste Stadt. Zu spät zum Umkehren, drängten wir uns in die hereinbrechende Nacht.
Wildcampen – das Aufstellen eines Zeltes auf öffentlichem Land – ist im Oman erlaubt und die ideale Methode, das Land zu erleben. Die Vielfalt des Terrains, von sanften Wüstendünen bis zu dramatischen Bergmassiven, bietet endlose Möglichkeiten.
Logistisch ist es unkompliziert: Gute Schnellstraßen, günstiger Kraftstoff und Mieter für Campingausrüstung machen es machbar.
Am besten verbindet es Sie direkt mit dem Land – fernab von Touristenpfaden und Resorts, mitten in authentischen Erlebnissen.
Das wurde besonders spürbar, als mein Partner und ich an unserem ersten Abend am Rande eines tintenschwarzen Abgrunds im Jebel Akhdar mit unserem Barbecue kämpften.
Die Al-Hajar-Berge entstanden durch tektonische Kräfte unter Wasser und erstrecken sich ost-westlich über das Land. Scharfe Granitgipfel ragen weitgehend karg empor.
Überraschend beliebt bei Omanis, die der Stadt entfliehen wollen. Wir hatten Glück: Eine Gruppe Freunde auf dem Plateau oben sah unser Zelt und lud uns ein. „Wir haben Sie gesehen und extra für Sie gekocht“, sagte Marhoon, der herunterkam.
Wir wildcampen, sie feierten ein extremes Picknick: Mit riesigen Töpfen, Gasflaschen, Matten und Wasserfass. Sie schlachteten ein Schaf, entfachten ein Feuer und brieten Eingeweide zu traditionellem Lammeintopf.
Ein typisch omanischer Männerabend beim Campen – und Gastfreundschaft ist hier Sakrament. Sie ließen keine Absage gelten.
Im Oman mischen sich Internationalismus und Tradition. Marhoons Schwager vermisste seinen Sohn, der in England Medizin studiert – eines von sieben Kindern. „Wöchentliches Familienessen ist Pflicht, gute Ausreden müssen her.“
Andere priesen Sultan Qaboos’ Reformen. „Vor 40 Jahren keine Straßen, kein Strom“, sagte Marhoon und wies über Hügel und Täler. „Er hat alles verändert.“
Der Abend endete mit Datteln und Gewürztee. Sie packten auf Pick-ups und fuhren talabwärts. Wir blieben allein mit der Bergstille.
6 der besten Campingplätze im Oman
Inspiriert? Von Bergplateaus bis Wüste – hier die Top-Spots:
1. Für Inselleben: Masirah Island
Abgelegene Insel vor der Ostküste, perfekt für Sommer. Korallenriffe, weißer Sand, Vögel, Schildkröten und Kitesurfen dank kühler Brisen.
2. Für tolle Wanderungen: Jebel Shams
Höchster Berggipfel mit Blick in eine 3000 m tiefe Schlucht. Umgebung ideal für Hiken.
3. Für Bergpanoramen: Sharafat al Alamayn
Leicht mit 4x4 erreichbares Plateau mit Bestblick auf Jebel Akhdar. Breites, flaches Gelände zum Campen.
4. Für imposante Dünen: Wahiba Sands
Start vom Bidiya-Camp, dann zu den Dünen. Nicht allein reisen. Mehr zu Wahiba Sands.
5. Für Küstenkurztrips: Um Al Sifah Beach
Goldener Strand 1 Stunde von Muscat. Ideal für Übernachtungsausflüge. In der Nähe: Fischerdorf Qurayyat.
6. Für fernes Abenteuer: Al Khalaf
Südlich von Muhut: Traumstrände, Dünen, Fischerdorf. Pulvriger Sand als „Zuckerdünen“ bekannt. 4x4 nötig, aber lohnenswert.
Titelbild: Trifoglio/Shutterstock.
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