Früher oder später erreicht fast jeder Reisende in Kolumbien die karibische Perle Cartagena. Diese Festungsstadt am Meer wird von den imposanten Las Murallas aus dem 16. Jahrhundert geschützt. Die Altstadt fasziniert mit ihrem malerischen Labyrinth aus grünen Plätzen und engen Gassen, gesäumt von bunten Kolonialhäusern mit kunstvollen Messing-Türklopfern und üppigen rosa Bougainvillea.
Vom frühen Morgen an pulsiert Cartagena vor Leben. Noch vor 9 Uhr bringen Schnellboote Tausende Sonnenhungrige zu den Rosario-Inseln, während Straßenhändler Hüte, Holzschnitzereien und Webwaren ausbreiten.
Starten Sie Ihre Erkundung am grünen Plaza de Bolívar, wo Einheimische auf schattigen Bänken entspannen. Der mächtige Palacio de la Inquisición beherrscht die Westseite – einst ein Ort der Furcht. Zwischen 1610 und 1776 wurden Hexen, Lästerer und Sünder durch ein kleines Fenster denunziert. Im Inneren zeugen grausame Folterinstrumente von der dunklen Geschichte.
Gegenüber thront die festungsartige Kathedrale mit schlichtem, aber imposantem Innenraum. 1586 ließ Sir Francis Drake eine Kanone hineinfeuern, um die Bürger zu Lösegeld zu zwingen – ein Ereignis, das den Bau besserer Schutzwerke anregte. Beeindruckendstes Highlight: Das Castillo de San Felipe de Barajas auf dem Hügel gegenüber der Altstadt mit Türmen, Zinnen und unbezwingbarem Tunnellabyrinth.
Bei Nacht belebt sich die Altstadt: Live-Musik auf der Plaza de Los Coches, Pferdekutschen durch Gassen, Plätze voller Nachtschwärmer, Händler und Musiker. Die Kulinarikszene glänzt – von zarter Ceviche im La Cevichería (Calle Stuart), südindischen Aromen im Ganesha (Calle de Las Bovedas) bis zur gehobenen Küche mit kubanischer Live-Musik in La Vitriola (Calle Balocco, Shakira-Liebling).
Die Party geht weiter: Vom Open-Air-Café del Mar auf der Stadtmauer bis zu pulsierenden Clubs der Hotelmeile – bis zum Morgengrauen.
Während alle Wege nach Cartagena führen, ist Mompox – das "Anti-Cartagena" – eine Herausforderung. Verloren in Sümpfen, erreichen Sie es per Lieferwagen oder Bus-Boot-Kombi bei Morgengrauen.
Über Mompox liegt eine zeitlose Trägheit, gebacken in der Sonne. Das langsame Leben spiegelt sich im Fluss und den Radfahrern auf staubigen Straßen. Gegründet 1540, war es einst ein Rivale Cartagenas, bis Versandung es isolierte. Heute profitieren Reisende davon: Abseits von Fans von García Márquez’ Love in the Time of Cholera ist es ruhig.
Schlendern Sie die Uferpromenade entlang, tauchen Sie in sonnige Gassen mit Ruinen ein und halten Sie am Platz mit Simón Bolívar-Statue. Die Inschrift: "Wenn ich Caracas meine Geburt verdanke, verdanke ich Mompox meinen Ruhm." Nahebei kontrastieren barocke Kirchen wie die lebkuchenhausartige Iglesia de Santa Bárbara und die farbenfrohe Iglesia de San Agustín zu Cartagenas Strenge.
Bei Hitze: Siesta im schattigen Park am Friedhof. Entdecken Sie die Nekropole mit weiß schimmernden Gräbern, dösende Katzen und dem einzigen jüdischen Grab in dieser katholischen "Stadt der Toten".
Gourmet ist hier jung, doch Comedor Costeño überzeugt mit Fisch, Reis und Patacones am Fluss. Abends schaukeln Einheimische in Berühmtheitsstühlen auf der Plaza de Concepción. Trinken Sie im Luna de Mompox oder genießen Sie die belebte Plaza Santo Domingo mit Grillfleisch, Pizza und Musik.
Im Gegensatz zu Cartagenas Trubel gleiten Mompox-Boote gemächlich dahin: Leguane, Reiher, Kinder im Wasser. Beim Sonnenuntergang glänzt der See perlmuttfarben – wie vor 500 Jahren.
Entdecken Sie mehr von Kolumbien mit unserem Großen Leitfaden für Südamerika mit kleinem Budget. Buchen Sie Hostels für Ihre Reise und schließen Sie eine Reiseversicherung ab.
Reisehinweise für Kolumbien
- Essen und Trinken in Kolumbien
- Fortbewegung in Kolumbien: Transporttipps
- Anreise nach Kolumbien
- Reisetipps Kolumbien für die Planung und unterwegs
- Beste Reisezeit für Kolumbien