Steve Martin scherzte einst über das Banjo: Alles ist gut, solange man es spielt. Ähnlich verhält es sich mit Eiscreme – dieser süßen Köstlichkeit in Waffel, Schale, Milchshake, Malz oder Soda. Sie macht jeden Moment schöner, besonders in einer authentischen Eisdiele oder einem klassischen Sodabrunnen. „Es geht um die volle Erfahrung“, erklärt Michael Strange, Mitinhaber von Bassett’s in Philadelphia, einer wahren Institution. „Man geht als Familie hin, probiert Geschmacksrichtungen, wählt eine Waffel und tauscht Eisproben aus.“ Bereit für pure Freude? Wir präsentieren neun der ältesten Eisdielen Amerikas – alle nach mehr als einem Jahrhundert noch im Betrieb. Wie Randy Windley von Doumar’s Ice Cream in Norfolk, VA, sagt: „Jeder Tag ist ein guter Tag für Eiscreme.“
Bassett’s, Philadelphia, PA: Seit 1861

Bassett’s bietet 40 Geschmacksrichtungen – zum Glück keine grüne Tomate, die 1861 von Gründer Lewis Dubois Bassett auf seiner Farm in Salem, NJ, als eine der ersten Sorten entwickelt wurde. Diese Rarität wird gelegentlich für Firmenfeiern wiederbelebt. „Kein guter Zug“, lacht Michael Strange, Ururenkel des Gründers. „Wir sind bereits in der sechsten Generation involviert und hoffen auf mehr.“ Seit 1892 thront Bassett’s im Reading Terminal Market. Die originale Marmortheke, ein ikonisches Wandbild aus den 1970ern und Familienrezepte sorgen für Authentizität. „Menschen lieben ihr Lieblingseis leidenschaftlich“, sagt Strange. Beweis: Die Banane, kein Top-Seller, doch Kunden forderten sie zurück – und sie ist wieder da.
Doumar’s, Norfolk, Virginia: Seit 1905

Abe Doumar erfand die Eistüte: Auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis half er einem Eisverkäufer ohne Schalen aus, indem er Waffeln zu Kegeln rollte. Bald baute er eigene Maschinen – eine läuft heute noch bei Doumar’s und produziert 600–800 Tüten täglich. Der zerkleinerte Kegel topt den Hot Fudge Sundae „Ringo“, und der legendäre Schokoladenshake „Reggie“ bleibt Geheimtipp. Familiengeführt, betont Randy Windley: „Hier ist jeden Tag ein Doumar.“
Fair Oaks Pharmacy and Soda Fountain, Pasadena, CA: Seit 1915

In Pasadena wurde Brandon Shahniani zum Star, nachdem seine Familie 2005 Fair Oaks übernahm – ein Nostalgie-Highlight an der Route 66. Ursprünglich Apotheke, ergänzt um einen Sodabrunnen gegen bittere Medizin. Klassiker wie Bananensplit und der Huntington Heath Sundae (mit heißem Karamell, Vanille, Fudge und Heath Bar) begeistern. Original-Holz, Marmortheke und Fliesen erhalten. Ergänzt um Rickey’s, Phosphates, Sandwiches und Fruchtshakes: „Aber im Kern sind wir eine altmodische Eisdiele“, sagt Shahniani.
Fenton’s Creamery, Oakland, CA: Seit 1894

„Premium-Produkte sichern Kunden“, schwört Manager Keith Ortega nach 17 Jahren bei Fenton’s. Handgefertigtes Eis mit 14–16 % Butterfett aus lokalen Zutaten. Der Black & Tan aus den 1920ern – mit gerösteten Mandeln von Henderson Nut Factory – ist Kult. Hausgemachte Saucen und Produktionsführungen runden ab. „Die Geschichte zu teilen, ist mein Highlight“, freut sich Ortega.
Goolrick’s Pharmacy, Fredericksburg, Virginia: Seit 1867

Christopher Condor, vierter Eigentümer in 150 Jahren und Apotheker, schätzt den Charme: „Eine Zeitreise in eine einfachere Ära.“ Als ältester kontinuierlicher Sodabrunnen Amerikas weckt Goolrick’s Generationen-Erinnerungen – von Babys bis Großeltern. Renoviert, mit Fokus auf Malz: „Millennials fragen und lieben es“, sagt Condor.
Leopold’s Ice Cream, Savannah, GA: Seit 1919

Filmproduzent Stratton Leopold kehrte zur Familientradition zurück. Original-Marmor, Telefonzelle und 50 Sorten – Tutti-Frutti, Rum Bisque, Lemon Custard unverändert. „Wir sehen den Lebenszyklus: Erstes Date, Hochzeit, Enkel“, sagt Marketing-Chefin Carey Ferrara. Eine wahre Gemeindetradition.
Petersen’s Ice Cream, Oak Park, IL: Seit 1919

„Konsistenz ohne Kompromisse“, betont Besitzer Jason Skiouris. Cremiges Eis mit 16–18 % Butterfett, handverpackt nach Originalrezepten. Hits: Pfirsich aus Georgia, Cappuccino, Mackinac Island Fudge, Schildkrötenkuchen. In restauriertem Ambiente: „Wir bestehen die Zeitprobe durch Treue zu unseren Wurzeln“, sagt Skiouris.
St. Francis Fountain, San Francisco, CA: Seit 1918

Wie in einer „Twilight Zone“-Folge: Drei Kugeln Schokoladensoda – Tradition pur. „Alte Schule, authentisch“, sagt Mitinhaber Levon Kazarian. 1940er-Look mit Original-Leuchtreklame. „Nostalgie für Ältere, Entdeckung für Junge – sie strahlen auf!“, schwärmt er.
Wilson’s, Ephraim, WI: Seit 1906

Sarah Martin als Wächterin der Tradition: Achter Eigentümer seit 1998. Jukebox mit 45ern, hausgemachtes Root Beer, Jelly-Bean-Tüten, Door County-Kirschen. „Von traurig rein bis glücklich raus“, lächelt sie.
Zaharokas, Columbus, IN: Seit 1900

Von 126.000 Sodabrunnen 1919 blieb wenig – Zaharokas glänzt dank Tony Moravec. Original-Bar, 1904-Fontänen, 1908-Orgel. Hausgemachtes Eis, Big Z mit fünf Kugeln. „Mehr als Eis: Ein Juwel“, sagt Historikerin Debra Slone.