Als Teil unserer Poseidon-Expeditions-Kreuzfahrt in die Antarktis besuchten wir die atemberaubende Insel Südgeorgien. Erfahren Sie aus erster Hand von Sher von Sher She Goes, warum dieses ferne Juwel mit seiner reichen Tierwelt und unberührten Natur die Antarktis in den Schatten stellt.
Zwischen Südamerika und der Antarktis erstreckt sich die einschüchternde Weite des südlichen Atlantiks. Schauen Sie auf einer Karte genau hin: Folgen Sie mit dem Finger von Feuerland in Argentinien ostwärts und dann westwärts zur Antarktischen Halbinsel – Sie verfolgen eine fast vollständig versunkene Gebirgskette.
Die einzigen Teile, die über den Meeresspiegel ragen, bilden Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, einen abgelegenen Archipel mehr als 1.300 Kilometer von den Falklands entfernt.

Die faszinierende Geschichte Südgeorgiens
Die früheste dokumentierte Sichtung Südgeorgiens datiert auf 1675 durch den britischen Kaufmann Antoine de la Roché – erst 81 Jahre später folgte das spanische Schiff Léon im Jahr 1756.
1775 landete der berühmte Entdecker Captain James Cook erstmals in der Possession Bay. Er hoffte auf den legendären "südlichen Kontinent" (die Antarktis), doch als er das Südende umrundete, erkannte er, dass es "nur" eine Insel war. Enttäuscht benannte er es Cape Disappointment – ein Name, der bis heute erhalten ist.
Cook überwand seine Enttäuschung und beanspruchte die Insel im Namen König Georgs III., nach dem sie benannt wurde. Diese Souveränität hält bis heute an.
Die schönsten Orte auf Südgeorgien
Dank nährstoffreicher Gewässer ist Südgeorgien ein Paradies für Meeressäuger und Seevögel. Hier sind fünf Highlights, die Sie nicht verpassen sollten.
1. Saint Andrew's Bay

Südgeorgiens Landschaft mit schneebedeckten Bergen erinnert eher an die Alpen als an eine Südinsel. Saint Andrew's Bay an der Südostküste ist ein 3 Kilometer langer Gletscherfjord, bevölkert von Hunderten Elefanten- und Pelzrobben. Das Highlight: Am Südende brüten ganzjährig 300.000 bis 400.000 Königspinguine!
2. Grytviken

Im frühen 20. Jahrhundert boomte der Walfang auf Südgeorgien. Grytviken ("Kesselbucht" auf Norwegisch) war das profitabelste Zentrum mit inflationsbereinigten Einnahmen von über 100 Millionen Dollar jährlich.
Mit dem Niedergang des Walfangs wurde Grytviken 1966 aufgegeben. Heute ist es eine faszinierende Geisterstadt mit rostigen Wracks, Walverarbeitungsanlagen – und Pinguinen sowie Robben als Nachbarn.
3. Sir Ernest Shackletons Grab

Der irisch-britische Entdecker Sir Ernest Shackleton wollte 1914 die Antarktis durchqueren. Sein Schiff Endurance ging im Packeis verloren, doch Shackleton rettete seine 27 Mann.
Sie erreichten Elephant Island, woher Shackleton mit einem Rettungsboot 1.300 Kilometer nach Südgeorgien segelte. Nach 20 Monaten Ordeal rettete er alle ohne Verluste. Shackleton starb 1922 und liegt in Grytviken begraben – nur Schritte von der alten Walfabrik entfernt.
4. Prion Island

Neben Robben und Pinguinen begeistert Südgeorgien Vogelbeobachter. Prion Island vor der Nordküste ist ein geschütztes Gebiet; Landungen erfordern Genehmigungen, die Poseidon Expeditions (als IAATO-Kategorie-1-Schiff) für Gäste organisiert.
Sie sehen Albatrosse, Seeschwalben, Pieper, Sturmvögel und Raubmöwen – ein Traum für Ornithologen.
5. Stromness

Stromness verbindet Wildlife, Geisterstadt und Shackleton-Geschichte. Strände wimmeln von Pelz- und Elefantenrobben, Königspinguine sind seltener (aber immer noch zahlreich).
Die verlassene Walfangsiedlung darf man nicht betreten – 200 Meter Abstand schützen vor einstürzenden Gebäuden. Beeindruckend aus der Ferne!
Shackletons Crew querte 1916 als Erste Südgeorgien zu Lande und erreichte Stromness nach 36 Stunden. Der Wasserfall, den sie fanden, ist heute per Wanderung erreichbar.