Kingston Park, nur 15 Autominuten südlich von Hobart, beherbergt einen der faszinierendsten Spielplätze Tasmaniens.
Von oben sieht er aus wie ein Freizeitpark: eine Vogelnestschaukel, Wasserspiele für Kleinkinder, eine Fossilien-Ausgrabungsstätte, Musikinstrumente, einen Flying Fox, Netball-Plätze und vieles mehr.
Moderne Spielplätze unterscheiden sich grundlegend von denen unserer Kindheit und der Generation davor.
Wir haben mit Miriam Shevland, Direktorin des renommierten Landschaftsarchitekturbüros Playstreet und Gestalterin des Kingston Park, gesprochen. Sie erklärt, was zeitgemäße Spielplatzgestaltung ausmacht.
Gestaltung des Kingston Park-Spielplatzes
Der Spielplatz öffnete im März vergangenen Jahres für die Öffentlichkeit. Der Designprozess dauerte sechs Monate, die Bauzeit etwa ein Jahr.
Mit einem Budget von 5 Millionen US-Dollar, finanziert vom Kingborough Council sowie Darlehen und Zuschüssen der Bundes- und tasmanischen Regierung, entstand ein Highlight.
Nach Rücksprache mit indigenen Ältesten und der Gemeinde gestalteten Shevland und ihr Team den Platz um einen integrativen Pfad, der sich in neun Bereiche verzweigt – inspiriert von einheimischen Tieren.
„Die Gemeinde und die Kinder wünschten ein Tierthema, das einzigartig für den Ort ist“, erklärt sie. „Wir haben jedem der neun Bereiche ein endemisches Tier gewidmet und den Lebensraum entsprechend bepflanzt.“
In einem Bereich thront eine kletterbare Seeigel-Skulptur. Nahe dem Wasserspielbereich findet sich ein Seedrache, ein tasmanisches Seepferdchen.
Der Flying Fox orientiert sich an der Tasmanischen Langohrfledermaus, während eine riesige Vogelnestschaukel dem Keilschwanzadler huldigt.
„Wir integrierten Schilder mit Erklärungen und kleine Gedichte für jedes Tier“, sagt Shevland.

„Zum Beispiel bot eine erhöhte Erhebung mit Blick über den Platz den idealen Ort für ein Keilschwanzadlernest. Dort platzierten wir die große Vogelnestschaukel.“
Diese Lern- und Entdeckungselemente bereichern den Raum nachhaltig, betont Shevland. „Besucher spüren den Denkprozess vor Ort, auch wenn sie den Hintergrund nicht kennen.“
„Wir kooperierten mit einer Führerin für Bush-Tucker-Touren. Sie nutzt Notizen zu den Bereichen und endet im Garnkreis, den wir gestaltet haben – ideal für Gespräche oder ein Feuer.“
Wie sich Spielplätze verändert haben
Eine große Herausforderung: Den Platz so ansprechend zu machen, dass Kinder immer wiederkehren.
„Früher kletterten wir auf Beton-Klettergerüsten oder Bäumen“, erinnert sich Shevland. „Die nächste Generation erhielt sichere, aber langweilige Katalog-Geräte ohne echte Herausforderung.“

Heute sorgen durchdachte Elemente für Abwechslung, die natürliches Spielen wie Baumklettern nachahmen.
„Katalog-Geräte diktieren das Spiel: Leiter hoch, Rutsche runter – kein Nachdenken nötig“, kritisiert sie. „Natürliches Klettern erfordert Strategie: Welcher Ast hält?“
Das aktiviert das Gehirn. Kingstons Kletterwald fördert Problemlösungsfähigkeiten. „Extrem anspruchsvoll – wir sorgten für Zugang trotz fehlender Oberkörperkraft bei vielen Kindern.“
Einen Raum für alle schaffen
Inklusion steht im Zentrum: Nicht nur für spielende Kinder, sondern alle Nutzer.

„Großeltern brauchen bequeme Sitzplätze, Eltern Treffpunkte. Berücksichtigen Sie Persönlichkeiten: Aktive Abenteurer und schüchtere Beobachter.“
„Ecken um den Platz bieten Rückzugsorte. So entsteht ein integrativer Raum für jedes Kind und jede Fähigkeit.“