Ein bisschen Hintergrundgeschichte…
Steve und ich lernten uns 1985 kennen, als er mein Tutor in einem Biologiekurs an der UC Santa Barbara war. Ich war eine einfache Studentin, er promovierte in Molekularbiologie. (Ein kurioser Einstieg, oder?)
Uns verband die Leidenschaft für Reisen.
Ich kam gerade von einem Austauschjahr in Frankreich zurück, er von einer Solo-Radtour entlang der italienischen Riviera von Rom nach Nizza.
Jahrelang erzählte er von einer Begegnung, die ihm das Leben rettete: Auf seiner Route hinter La Spezia quälte er sich eine Monstersteigung hoch nach Riomaggiore – ein malerisches Dorf auf seiner Karte. Er hoffte auf ein gutes Essen und einen Campingplatz auf der anderen Seite.
Oben angekommen, blickte er auf eine Geisterstadt herab. Keine Menschenseele, er war erschöpft und ausgehungert.
Er kehrte um, fuhr zurück nach La Spezia und traf dort einen Einheimischen, der ihn angeblich vor dem Verhungern bewahrte.
„Da ist nichts. Nur eine kleine Kaff“, sagte der Mann über Riomaggiore. „Nimm lieber den Zug direkt nach Genua.“
Dieser gute Samariter half ihm, ein Ticket zu kaufen, das Rad zu verladen, und gab Tipps: Wo in Genua essen, das Rad abholen und übernachten.
Ein netter Kerl und ein Happy End für ein potenzielles Reisenalbtraum-Szenario.
30 Jahre später blätterte ich abends mit einem Reiseführer für unsere erste Italienreise. Die Cinque Terre faszinierten mich schon lange.
Aber: So viele Touristen! Berichte über Kreuzfahrtschiffe, die Horden in Vernazza, Manarola, Corniglia, Monterosso… und Riomaggiore ausspucken.
Riomaggiore?
„Schatz, wie hieß die Stadt, vor der dich der Typ 1985 warnte?“
„Riomaggiore.“
„Das sind die Cinque Terre! Eine der schönsten Küsten der italienischen Riviera – damals unbekannt. Und du hast sie verpasst!“
Riomaggiore oder Büste
Nach unserem Kochkurs in der Toskana machten wir uns auf, diesen Fehler zu korrigieren. Herausforderung: Hochsaison-Massen umgehen.
In diesen Dörfern wird es im Sommer eng – idyllisch wird anstrengend. Dennoch: Cinque Terre sind Pflicht auf jeder Italienrunde.
Zuerst prüften wir Kreuzfahrtschiff-Ankünfte und wählten einen freien Tag.
Dann suchten wir eine Unterkunft außerhalb: Fabios und Silvias traumhaftes Steinhäuschen in Fornoli, Lunigiana – 90 Autominuten oder 30 Zugminuten von den Cinque Terre entfernt.
Silvias Anfahrt: Auf dem Dorfplatz parken. Die Gassen waren so eng, dass wir mit eingeklappten Spiegeln unseres Fiats kratzten – vielleicht eine Fußgängerzone?
Trotz Plänen wollten wir ihr Versteck kaum verlassen: Wunderschönes Apartment mit privater Terrasse zum Wald.

Fabio und Silvia oben waren per SMS erreichbar – halfen bei Reservierungen aus ihrem tollen Lokalführer (inkl. knuspriger Pizza mit Sardellen und Prosciutto für 13 Euro ans Haus). Wie ein Concierge.
Sie luden zu Morgen-Espresso und Abendwein mit Familie ein.

Dort spielte ich mit Sohn Jacopo in seiner Spielzeugküche. Auf Italienisch bat ich um Pasta „salsa picante“. Er listete Zutaten: Tomaten, Olivenöl, Paprika, Aubergine. (Wann hat ein US-Kleinkind das zuletzt gewusst? Italien pur!)
Ein funkelnder Morgen in Porto Venere
Mit Insiderwissen unserer Gastgeber planten wir: Zuerst Porto Venere (15 Min. südlich), spät Nachmittag Cinque Terre. Perfekt!
Parken in Tiefgarage (Dank Fabio), dann Stadt erkunden: Ruinen der 13. Jh. Kirche St. Peter, Byron-Höhlen mit Meerblick, während eine Sängerin Gitarre spielte.

Im Hafen-Café genossen wir Panini mit Tomate, Mozzarella, Prosciutto, Salat – und staunten über einen weißen Rolls Royce mit Brautpaar. Alle applaudierten!

Endlich da
Steve hatte Geburtstag, meiner folgt zwei Tage später.
Der Kreis schloss sich:

Um 15 Uhr Zug von La Spezia: Fast leer! Nur wenige wie wir spät ankommend. Zeit zum Schlendern.
Von Riomaggiore den steilen Pfad, dann Zug nach Vernazza – dem Kronjuwel (meist überlaufen).
Enge Gassen öffnen zum Hafen: Fischerboote, klares Wasser, pastellfarbene Häuser, bunte Schirme. Strände traumhaft!

Ein Highlight: Ristorante Da Billy in Manarola
Zug nach Manarola, hoch zum Restaurant – drei Etagen überm Meer.
Ohne Reservierung voll, aber Wunder: Tisch in 10 Min. frei.
Unsere Aussichtsterrasse: Fast übers Wasser, Olivenölflasche am Rand.

Sonnenuntergangs-Dinner: Antipasti di Mare mit 12 Gängen (warm/kalt, ligurische Spezialitäten). Hauptgericht teilen – Portionen riesig!

Kein Corniglia/Monterosso, kein Wandern – nächstes Mal! Via dell’Amore (20 Min., Riomaggiore-Manarola) geschlossen seit Flut 2012 (Fotos von Fabio), Eröffnung geplant 2019.
Abend: Silvias Überraschungstorte (zweites Mal auf Reisen!)

Grazie, Cinque Terre!
Tipps für Ihre Reise:
Unterkunft: Fabio & Silvias Airbnb in Fornoli. Preise & Verfügbarkeit hier prüfen.
Essen: Trattoria dal Billy
Sehenswürdigkeiten: Cinque Terre & Porto Venere. (Mit Kindern? Familien-Tipps.)
Anreise: Per Zug
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