Matthew Kepnes, besser bekannt als Nomadic Matt, ist ein weltbekannter Reiseblogger mit jahrelanger Expertise. Er hat über 100 Länder und Territorien bereist, Tausende Kilometer zurückgelegt, lebenslange Freundschaften geschlossen, mehrere Sprachen erlernt und sogar exotische Speisen wie frittierte Maden probiert. Auf seinem renommierten Blog nomadicmatt.com teilt er fundierte Erfahrungen und praktische Tipps für Budget-Reisende – inklusive detaillierter Kostenaufstellungen und ehrlicher Reiseberichte, die echte Ersparnisse ermöglichen.
Meditationen mit Matt
F: Ihre erste Auslandsreise unternahmen Sie erst mit Anfang 20. Wie war es, als junger Erwachsener vom Reisefieber gepackt zu werden?
A: Es war, als hätte sich eine neue Welt voller Möglichkeiten aufgetan. Bleibt man in der Falle teurer Hotel- oder Resort-Urlaube gefangen, scheint Reisen begrenzt – es sei denn, man ist sehr wohlhabend. Sobald man erkennt, dass Budget-Reisen oft günstiger sind als das Leben zu Hause, öffnet sich die gesamte Welt mit unendlichen Abenteuern, Freundschaften und Chancen.
Es kann einschüchternd wirken, da alles neu ist und Fragen aufkommen: Wie plane ich eine Langzeitreise? Kann ich im Ausland arbeiten? Wie knüpfe ich Kontakte? Doch mit etwas Recherche und dem Mut zum Sprung entdeckt man eine lebendige Community von Leidenschaftsreisenden.
F: Ihr Blog hilft anderen, für weniger Geld besser zu reisen. Was bedeutet „besser“ reisen für Sie?
A: Es geht darum, die begrenzte Urlaubszeit optimal zu nutzen und Erfahrungen zu maximieren. Vermeiden Sie meine alten Fehler wie Abzocke oder Betrug. Lernen Sie, Geld zu sparen, günstige Flüge zu finden und kostenlose Unterkünfte zu sichern.
Ein besserer Reisender maximiert jede Erfahrung und umgeht typische Anfängerfallen. Fehler passieren immer noch – auch mir –, doch man lernt daraus und wird resilient.
F: Welche sind Ihre drei besten Tipps für Budget-Reisende?
A: 1. Reise-Hacks nutzen: Sammeln Sie Punkte und Meilen mit einer Reisekreditkarte – ohne Extrakosten. So erhalten Sie Gratisflüge, Hotels, Lounge-Zugang, Gepäckfreiheit und Upgrades.
2. Seien Sie sparsam, nicht geizig. Zeit ist Geld wert! Ein 3-Euro-Taxi statt einer stundenlangen Fußmärsche spart Nerven. Wählen Sie Wert: Ein 8-Euro-Schlafsaal mit 6 Betten statt 5-Euro mit 20 bietet besseren Schlaf und Privatsphäre.
3. Freiwilligenarbeit suchen: Plattformen wie WWOOF, Helpx.net oder Workaway.info bieten Unterkunft und Essen im Tausch gegen Arbeit. Viele Hostels geben freie Betten für Reinigungsstunden – ideal, um Kosten zu senken, länger zu bleiben und Ziele tief zu erkunden.
F: Soloreisen boomen. Als Introvertierter: Wie wichtig ist es bei Langzeitreisen, sich in der eigenen Gesellschaft wohlzufühlen? Sind Alleinreisende offener für Neues als Gruppenreisende?
A: Es ist ein großer Vorteil, solo zurechtzukommen – Langzeitreisen zwingen zur Anpassung und Überwindung von Herausforderungen, die Gruppenreisen oft umgehen. Dank Sharing-Apps wie Couchsurfing, Facebook-Gruppen oder Meetup.com ist es einfach, Kontakte zu knüpfen – oder solo zu bleiben.
Ich mische beides: Alleintage und Gefährten. Ihr Stil passt sich unterwegs an. Die Fähigkeit, sich selbst zu unterhalten, zahlt sich überall aus.
F: Wie haben Sie die Corona-Pandemie erlebt?
A: Als Reisender okay: Ich erkundete die USA, besuchte Maine und Nationalparks – limitiert durch Distanz, aber bereichernd. Als Unternehmer stressig: TravelCon verschoben, Kredit fürs Geschäft nötig. Immerhin habe ich Arbeit – es könnte schlimmer sein. Daumen drücken für 2021!
F: Gibt es positive Effekte für die Branche nach der Pandemie?
A: Ja: Mehr Fokus auf Nachhaltigkeit und Ethik. Overtourism und Kreuzfahrten (ökologisch problematisch) könnten zurückgehen. Die Pandemie beschleunigt diesen Wandel – meine Hoffnung!
F: Über 100 Länder – was steht als Nächstes auf Ihrer Bucket List?
A: Mexiko: Günstig, um das Konto zu schonen, während die Branche leidet. Pläne 2020 ändern sich schnell – mal sehen!
Bild oben: Atmen in einem Solo-Abenteuer © everst/Shutterstock