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Hände waschen mit Tradition: Das Seifenmuseum in Sidon, Libanon

In Zeiten der COVID-19-Pandemie haben wir unzählige Schutzmaßnahmen gehört: Masken, Abstand halten, Isolieren. Doch eines der effektivsten Mittel bleibt grundlegend – regelmäßiges Händewaschen. Erinnert Ihr Euch an den Rat aus dem März, die Hände so lange zu waschen, bis Ihr "Happy Birthday" zweimal gesungen habt? Studien zeigen: Regelmäßiges Händewaschen könnte eine Pandemie um bis zu 70 Prozent eindämmen. Dennoch waschen rund 30 Prozent der Menschen nach dem Toilettengang nicht, auf Flughäfen gar nur 20 Prozent. Kein Wunder, dass Viren sich so rasch ausbreiten.

Seife

Händewaschen schützt vor Infektionen – aber womit eigentlich? Seife ist alltäglich, doch ihre Geschichte fasziniert. Als Experte für libanesische Kultur empfehle ich das einzigartige Seifenmuseum in Sidon, Libanon, für tiefe Einblicke.

Sidon

Sidon, oder Saida, prunkt mit einer Geschichte bis in biblische Zeiten. Als phönizischer Hafen war es Handelszentrum; hier soll Paulus nach Rom gesegelt sein. Im Alten Testament taucht es als Produktionsstätte auf. Später, ab dem 17. Jahrhundert, spezialisierte sich Sidon auf Seife – weg vom Zedernholz.

Seife entstand vielleicht vor 5000 Jahren in Babylon. Europäische Varianten waren mittelalterlich unangenehm und fettig. Im nahöstlichen Islam, besonders Syrien, duftete sie nach Lavendel und Kräutern. Daraus wuchs Sidons Seifenindustrie.

Das Seifenmuseum

In einem eleganten 19.-Jahrhundert-Gebäude, einst Seifenfabrik bis zum libanesischen Bürgerkrieg 1975, wartet das Museum. Basierend auf jahrelanger Recherche und Besuchen offenbart es Sidons Seifengeschichte, Hammam-Traditionen und den Produktionsprozess: Olivenöl, Alkali und Kalk werden tagelang in Kupferkesseln gekocht, geschlagen und zu Stangen geformt.

Erleben Sie das in Videos und geführten Touren auf Englisch, Französisch und Arabisch. Exponate umfassen Werkzeuge um historische Gruben, farbige Seifenschränke und eine beeindruckende Wand aus Hunderten Seifenstücken.

Andere Attraktionen

Sidon ist herzlich – bleiben Sie länger! Highlights: Die kreuzritterliche Seeburg von 1228 auf phönizischen Ruinen, per 80-Meter-Damm erreichbar, mit Panoramablick vom Turm.

Auf dem Weg zum Museum: Das Debbané-Palastmuseum, osmanisches Juwel aus dem 18. Jahrhundert. Liebevoll restauriert, mit Fliesenbrunnen und geschnitzter Zedernholzdecke. Der Besitzer lädt oft zu Tee und Sanioura-Keksen ein – wascht Euch vorher die Hände!